Wirtschaft : Berlin lockt mit billigen Büromieten

BERLIN (kwi).Noch immer stehen etwa 1,5 Mill.Quadratmeter oder zehn Prozent der Bürofläche in Berlin leer, aber es eine Verbesserung in Sicht: Ab 2002 soll der Leerstand allmählich sinken.Das prognostiziert der Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer zu Berlin (IHK), Thomas Hertz, am Montag anläßlich der Vorstellung des "Vierten Büroflächenberichtes".Eine Besserung gebe es schon bei modern ausgestatteten Bürogebäuden in guten Innenstadtlagen.Herz: "Berlin füllt sich von der Mitte auf".Bedeutet dies steigende Preise und möglicherweise Engpässe in den zentralen Lagen Berlins? Der Büroüberhang werde zwischen 2003 und 2005 abgebaut, wenn sich das recht hohe Absorptionsvolumen der letzten Jahre auch künftig fortsetzen wird, heißt es im Büroflächenbericht.Er entstand in Zusammenarbeit von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Umweltschutz und Technologie und der IHK.Grund für die Annahme, in den kommenden Jahren werde das Absatzvolumen weiterhin bei 450 000 bis 500 000 Quadratmetern liegen: Der Regierungsumzug nach Berlin und die Zunahme von Büros, die aus Repräsentationszwecken auf mehr Räumlichkeiten setzen.

Doch bislang hat sich wenig verändert und auch in naher Zukunft ist nicht damit zu rechnen.Das ist auch bei den Mietpreisen sichtbar.Je nach Lage und Immobilie sind die Büromieten um bis zu ein Drittel niedriger als in anderen Großstädten, sagte Stadtentwicklungssenator Peter Strieder.Zusammen mit der großen Anzahl von Büros, die zudem mit modernster Technik gebaut und daher recht preiswert in der Bewirtschaftung sind, sei dies ein Standvorteil Berlins, sagte Strieder."Jedes Unternehmen, das nach Berlin kommen will, findet in bester Innenstadtlage Bürofläche zu hervorragenden Preisen", betonte der Senator.Für die Stadt Berlin sei es kein Problem, wenn ein Zahnarzt aus Kaufbeuren eine niedrige Rendite erziele als erwartet, fügte er hinzu.Im übrigen könne man in Berlin "nicht von großen Schwierigkeiten sprechen", da die Leerstandsquote in Frankfurt (Main) sechs Prozent betrage und in Leipzig 30 Prozent der Büros leer stehen.

Der Leerstand hat zu einer hohen Differenzierung innerhalb der Bürolandschaft Berlins geführt.Nach Angaben von Hertz sei die Leerstandsquote je nach Bezirk und Immobilie ganz unterschiedlich.Besonders schwer getroffen vom Leerstand: Büroflächen an schwer erreichbaren Standorten.Anders sieht es bei Büros mit moderner Ausstattung und in bester Innenstadtlage aus, vorzugsweise Mitte.Während noch Anfang der 90er Jahre mehr in Charlottenburg als in Mitte gebaut wurde, läuft das Zentrum im Osten der Stadt dem Westen den Rang ab: So entfielen 1997 / 98 20 Prozent der Fertigstellungen und knapp 30 Prozent der im Bau befindlichen Vorhabenflächen auf Mitte.In der Zukunft wird es sich noch mehr dahin verlagern.Denn fast ein Drittel der Baugenehmigungen und über die Hälfte der Bauvorbescheide entfällt auf den boomenden Bezirk.Hier sind die begehrtesten Orte der Pariser Platz, Gendarmenmarkt und das untere Ende Unter den Linden.Den Maklern von Aengevelt zufolge könnte es in dieser Spitzenlage sogar in absehbarer Zeit zu Engpässen kommen.Nachdem die Preise über Jahre hinweg nur gesunken seien, gebe es in diesen 1a-Lagen Aufwärtsbewegungen.

Seit dem Mauerfall seien in Berlin sieben Mill.Quadratmeter hinzugekommen.Insgesamt stehen derzeit 17 Mill.Quadratmeter für Büros zur Verfügung.Zur Jahrtausendwende werden es noch einmal 800 000 Quadratmeter mehr sein.Auf dem Markt zeigen sich nach Strieder neue Tendenzen: Es würden nur noch Projekte realisiert, deren Vermarktung weitgehend gesichert sei.Außerdem würden die Projekte kleiner.Nach Einschätzung von Strieder ist as Angebot an zusätzlicher Bürolfäche der Nachfrage weit vorausgeeilt: Bereits jetzt sind 60 Prozent der elf Millionen Quadratmeter fertiggestellt, die laut einer Prognose im Jahr benötigt würden.

Seit Anfang der 90er Jahre gibt die Stadtentwicklungssenator in Kooperation mit der IHK alle zwei Jahre den Büroflächenbericht heraus.Dargestellt wird die bauliche Entwicklung von 1990 bis 1998 und die mittel- bis längerfristigen Entwicklungstrends.

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