Wirtschaft : "Berlin muß sich keine Sorgen machen"

Die Deutsche Börse will den Parketthandel abschaffen.Derzeit wird mit den Kursmaklern verhandelt.Was bedeutet dies für den Platz Berlin? Mit dem Vorstand der Berliner Freiverkehr (Aktien) AG, Holger Timm, sprach Daniel Rhée-Piening.

TAGESSPIEGEL: Was würde die Abschaffung des Präsenzhandels und der alleinige Handel auf Basis des elektronischen Systems Xetra überhaupt bringen?

TIMM: Zunächst Umsatzzuwächse für die stärksten Regionalbörsen.Im Marktsegment Freiverkehr beispielsweise hat sich Xetra in der derzeitigen Form doch als Flop ohne Ende erwiesen.Sie bekommen ohne Makler keine fairen Kurse beziehungsweise einen liquiden Handel.Dies hat bereits die Börsenaufsicht auf den Plan gerufen.Und nehmen Sie das Beispiel Neuer Markt.Dort sollte der Parketthandel schon Mitte des vergangenen Jahres abgeschafft werden.Er besteht aber immer noch.Warum wohl?

TAGESSPIEGEL: Wird es bei den Gesprächen zwischen der Deutsche Börse AG und den Kursmaklern in Frankfurt denn überhaupt zu einer Einigung kommen?

TIMM: Da wird viel Getöse gemacht.Ich bezweifele, daß es zu einer Einigung kommt.Natürlich können sie die Tätigkeit der Makler sozusagen eins zu eins auf die Plattform Xetra übertragen.Bisher hat es aber keine Anzeichen dafür gegeben, daß die Deutsche Börse zu solchen Market Systemen bereit ist.

TAGESSPIEGEL:Wie handelt denn Berlin?

TIMM: Derzeit auf der Basis von Boss-Cube.Berlin ist im Freiverkehr schon seit einem Jahr keine Präsenzbörse mehr sondern eine elektronische Börse.

TAGESSPIEGEL: Braucht sich Berlin also keine Sorgen zu machen?

TIMM: Wir müssen uns keine Sorgen machen, aber natürlich machen wir uns Gedanken.

TAGESSPIEGEL: Wie steht denn die Berliner Börse gegenwärtig da?

TIMM: Wir verzeichnen - wie auch Stuttgart - einen überproportionalen Anstieg des Geschäftsvolumens.Dies betrifft auch die Anzahl der zugelassenen Marktteilnehmer.Alle großen Marklerfirmen handeln inzwischen in Berlin und sind hier in ihrem Bereich Skontroführer.Auf elektronischem Wege tun sie dies auch von Frankfurt oder München aus.

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