Berlin Partner : „Das Beste aus zwei Welten“

Der Geschäftsführer der Standortförderagentur, Stefan Franzke, will Digitalwirtschaft und traditionelle Industrie stärker miteinander verknüpfen.

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Alle 20 Stunden entsteht laut IBB-Studie ein neues Unternehmen in der Digitalwirtschaft in Berlin. Die Start-up-Szene boomt. Aber es gibt auch die traditionelle Industrie. „Das Beste aus zwei Welten kommt hier zusammen“, sagte am Donnerstag Stefan Franzke, Geschäftsführer der Berlin Partner für Wirtschaft und Technologie. Entsprechend positiv fällt die Halbjahresbilanz der Standortförderagentur aus. Im ersten Halbjahr schufen Unternehmen, die Berlin Partner unterstützte, 3033 Arbeitsplätze und investierten rund 223 Millionen Euro in Berlin.

Von den neu geschaffenen Arbeitsplätzen sind 915, also nahezu jeder dritte, im industriellen Bereich angesiedelt. Berlin Partner hat im ersten Halbjahr 141 Projekte erfolgreich begleitet – ein Plus im Vergleichszeitraum 2014 von 42 Prozent. Mit London liefert sich Berlin laut Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Forschung eine Aufholjagd in der Investition mit Wagniskapital. IBB-Chef Jürgen Allerkamp rechnet wie berichtet damit, dass Berlin in ein paar Jahren London überholt. Nach London ist die Hauptstadt europaweit der wichtigste Standort für Risikokapitalgeber und die digitale Gründerszene. 145 Berliner Start-ups erhielten Finanzmittel von Venture-Capital-Investoren zwischen Januar 2013 und September 2014 (London: 187). Der Senat hat eine Bundesratsinitiative auf den Weg gebracht, um mehr Wagniskapital in die Stadt zu bringen. Laut Berlin Partner wurde in Berlin ein Wagniskapital von zwei Milliarden Euro investiert.

Als Beispiele für neue Ansiedlungen nannte Franzke zum Beispiel das Technologieunternehmen BeanAir, das 2015 die Zentrale samt Produktion komplett von Frankreich nach Berlin verlegt hatte. Das Unternehmen produziert Beschleunigungssensoren für den Flugzeugbau und will 30 Arbeitsplätze in Berlin schaffen. Entscheidend für den Umzug nach Berlin sei für BeanAir die Nähe der Wissenschaftsinstitute wie zum Beispiel die Fraunhofer Institute gewesen. Diese Art von Kooperation habe es in Frankreich nicht gegeben.

Auch Doodle Deutschland wird als erste internationale Tochtergesellschaft ihren Sitz in Berlin nahe Alexanderplatz eröffnen. Zunächst sollen zehn Mitarbeiter von Berlin aus das wachsende Geschäftsmodell weiterentwickeln: Rund 25 Millionen Menschen nutzen monatlich den Onlineterminplaner. Berlin Partner hat Doodle bei der Standortsuche geholfen.

Geschäftsführerin Andrea Joras fokussiert sich auf das Hauptstadtmarketing von Berlin Partner. Mit der Kampagne „Berlindustrie rocks“ seien Anfang des Jahres rund 15 Berliner Industrieunternehmen in einem Animationsfilm in Szene gesetzt worden.

Um die Wirtschaft mit der Wissenschaft zusammenzuführen, hatte Berlin Partner bereits 30 Veranstaltungen in diesem Jahr organisiert. In der zweiten Jahreshälfte sollen sich Digital-Start-ups mit Tech-Start-ups in Adlershof treffen.

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