Wirtschaft : Berlin reicht die rote Laterne weiter Zahl der Arbeitslosen wieder unter 200 000

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Berlin - Zum ersten Mal seit zwei Jahrzehnten ist die Arbeitslosenzahl in Berlin unter die Marke von 200 000 gefallen. Im November waren knapp 199 000 Menschen ohne Job, das waren gut 2800 weniger als noch im September, wie die Bundesagentur für Arbeit am Donnerstag mitteilte. Bei der Arbeitslosenquote (elf Prozent) liegt die Hauptstadt damit im Bundesländer-Vergleich nicht mehr auf dem letzten Platz – den hat nun Mecklenburg-Vorpommern. Besonders bemerkenswert sei der Abbau der Langzeitarbeitslosigkeit, erklärte Arbeitssenatorin Dilek Kolat (SPD). „Das ist gerade vor dem Hintergrund der Berliner Situation eine schwierige Herausforderung.“

Die Wirtschaft teilte die Hochstimmung der Politikerin. „Auf der Überholspur“ verortete Christian Wiesenhütter, Vize-Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer den Berliner Jobmarkt. Nachdem lange Zeit vornehmlich Zugezogene und Pendler aus Brandenburg von der zusätzlichen Arbeit profitiert hätten, fänden nun auch immer mehr Berliner wieder eine Beschäftigung. „Die dynamische Wirtschaftsentwicklung und die Attraktivität Berlins tragen Früchte“, urteilte Wesenhütter weiter.

Bundesweit gab es eine entgegengesetzte Entwicklung: Die Arbeitslosigkeit erhöhte sich von Oktober zu November leicht, und zwar um 5000 auf 2,806 Millionen. Rechnet man die jahreszeitlichen Schwankungen heraus, waren es sogar 10 000. Damit erlebt der Jobmarkt einen schwachen Jahresausklang; es ist ungewöhnlich, dass die Winterflaute bereits so früh einsetzt. Womöglich bereits im Dezember, spätestens aber im Januar werde die Arbeitslosenzahl wieder die Drei-Millionen-Marke übersteigen, sagte BA-Vorstandschef Frank-Jürgen Weise.

Die uneinheitliche Entwicklung ging derweil weiter: Einerseits haben es schlecht Qualifizierte schwer, eine Stelle zu finden. Andererseits steigt die Beschäftigung insgesamt, die jüngsten verfügbaren Zahlen vom Oktober weisen die Rekordmarke von 42,3 Millionen Menschen aus. Das sind 250 000 mehr als vor Jahresfrist. Vor allem Frauen und Zuwanderer profitieren davon. Carsten Brönstrup

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