Berlin sticht Hamburg aus : Cisco kommt auf den Euref-Campus

Rund 30 Millionen Dollar investiert Cisco in ein Innovationszentrum in Berlin. Ab 2015 bastelt das US-Unternehmen auf dem Euref-Campus in Schöneberg am Internet der Dinge - und setzt auf die Start-up-Szene.

von
Cisco gilt als der führende Netzwerkausrüster weltweit. Der Hauptsitz liegt im kalifornischen San Jose.
Cisco gilt als der führende Netzwerkausrüster weltweit. Der Hauptsitz liegt im kalifornischen San Jose.Foto: dpa

Offenheit ist Cisco-Manager Bernd Heinrichs ganz wichtig. Wenn im kommenden Jahr das Innovationszentrum auf dem Euref-Campus in Schöneberg startet, sollen dort nicht nur bis zu 150 Beschäftigte des IT-Konzerns am Internet der Dinge arbeiten. Ob intelligente Kameras, Unterwasser-Router, Steuereinheiten für die Verkehrslenkung – die Produkte des Netzwerkausrüsters sollen offen sein für Programme und Applikationen anderer Unternehmen. Neben Bosch, Intel und Fraunhofer-Instituten gebe es bereits Kooperationen mit dem Berliner Startupbootcamp, einem Brutkasten für Gründerideen, oder Element14, einem Online-Netzwerk für Ingenieure.

Open-Berlin, wie der Standort heißen soll, wird damit eines von weltweit sechs solcher Zentren des Unternehmens, wie Heinrichs und Berlins Wirtschaftssenatorin Cornelia Yzer (CDU) am Mittwoch im Gasometer auf dem Euref-Gelände mitteilten. „Es war ein harter Wettbewerb“, gab Yzer Einblick in den Auswahlprozess, in dem sich Berlin ein Duell mit Hamburg lieferte. Spitz auf Knopf habe die Entscheidung mehrfach gestanden, ist zu hören.

Start-ups winken 250 Millionen Dollar Risikokapital

Die Wirtschaftssenatorin verbucht die Neuansiedlung selbstbewusst auf ihrem Konto. „Wir haben vom ersten Tag an gesagt: Berlin will diesen Wettbewerb gewinnen.“ Dazu hätten auch die Wirtschaftsförderer von Berlin Partner ihren Beitrag geleistet. „Wir sehen die Entscheidung von Cisco auch als Bestätigung für unsere strategische Weichenstellung in der Wirtschaftspolitik.“

Bis zu 30 Millionen Dollar (21 Millionen Euro) will Cisco in den kommenden Jahren in den Standort investieren. Zudem liege es auf der Hand, dass die Berliner Start-up-Szene interessant für die 250 Millionen Dollar Risikokapital sei, die der Konzern über einen Fonds weltweit einsetzen könne, betonte Zentraleuropa-Leiter Michael Ganser, der per Video aus Warschau zugeschaltet war.

50 Milliarden vernetzte Dinge bis 2020

Gemessen am Potenzial, das die US- Firma durch die Vernetzung in den kommenden Jahrzehnten erwartet, sind die Investitionen verschwindend gering: In einer Studie geht Cisco von KORRIGIERT: 14,4 Billionen Dollar Mehrwert weltweit und 900 Milliarden Dollar in Deutschland aus. Die Digitalisierung werde alle Produktionsprozesse grundlegend verändern, sagte Ganser. Bis zum Ende des Jahrzehnts werde es 50 Milliarden vernetzte Dinge – vom Toaster bis zum Auto – geben. Deutschland sei führend, insbesondere wenn es um Produktion, Tranport und Logistik gehe.

Auf diesen Themen soll dann auch der Schwerpunkt in Berlin liegen. Voll arbeitsfähig wird das Innovationszentrum erst 2015 sein. Zunächst müssen die bisherigen Gasag-Speicherräume umgebaut werden. Bei aller Offenheit – mit genauen Eröffnungsterminen hält man sich in Berlin zurück.

Autor

1 Kommentar

Neuester Kommentar