Wirtschaft : Berlin unterstützt den Aufbau der Strombörse Leipzig Sachsen setzen auf skandinavische Partner

LEIPZIG (ms).Die ostdeutschen Länder haben für ihr Ziel, die für Deutschland geplante Strombörse in Leipzig zu etablieren, weitere Unterstützung erhalten.In Leipzig erklärten die Wirtschaftsminister Sachsens und Sachsen-Anhalts, Kajo Schommer und Matthias Gabriel, am Donnerstag, auch Berlin habe sich nunmehr eindeutig von einem eigenständigen Projekt abgewendet und unterstütze nunmehr die von der Landesbank Sachsen sowie der Strombörse Nord Pool (Oslo) favorisierte LPX - die Leipzig Power Exchange.Auch der Thüringer Wirtschaftsminister Schuster habe sich eindeutig zu diesem Standort bekannt.

Der Berliner Wirtschaftssenat bestätigte dem Tagesspiegel am Donnerstag, daß es noch in dieser Woche zu ersten Gesprächen über die Ausgestaltung einer Kooperation kommen werde.Die Partner, zu denen auch die Berliner Börse gehört, haben noch keine Einigung darüber erzielt, in welcher Form die Kooperation stattfinden wird.Die Berliner Börse hatte bereits vor Monaten eine eigene Teilnahme am Wettbewerb um den Standort der Strombörse abgesagt.

Kajo Schommer geht davon aus, daß mit Berlin auch Brandenburg dem Projekt beitreten werde, das sich derzeit noch in Konkurrenz mit Bösenprojekten in Frankfurt (Main) und Hannover befindet."Wir werden anders als die Mitbewerber sofort mit einem Spot und Terminmarkt starten können und haben mit den Skandinaviern auch erfahrene Partner bei der praktischen sowie der technischen Umsetzung", meinte Schommer.Dieser Ansatz garantiere eine rasche Umsetzung der Wettbewerbes und damit Preissenkungen von bis zu 30 Prozent.Mittlerweile sollen sich auch namhafte Vertreter der Stromwirtschaft für das ostdeutsche Modell ausgesprochen haben.Geplant ist in der ersten Ausbaustufe, deren Investitionen zwischen 25 und 30 Mill.DM kosten soll, daß spätestens ab dem nächsten Frühjahr täglich mit der Mittagsauktion die Spotpreise ermittelt werden.Nach spätestens zwei Jahren soll dann das Termingeschäft volumenmäßig den Spotmarkt überflügeln und auch mit anderen Energieträgern, vorrangig Öl und Gas, gehandelt werden.Zunächst wird mit 40 bis 50 direkten Arbeitsplätzen gerechnet.

Nachdem der sächsische Wirtschaftsminister Schommer bis vor kurzem noch die Sicherungsklausel für Braunkohlestrom in den neuen Bundesländern verteidigt hatte - die Veag hat bisher unter Berufung auf diese Rechtslage die Durchleitung von Billigstrom Dritter meist abgelehnt - scheint sich hier ein Umdenken anzudeuten."Die Entwicklung wird alle Verkrustungen aufbrechen, wir werden nicht an Regelungen festhalten können, die sich gegen die Wirklichkeit stellen", sagte der Minister.Das Leipziger LPX-Projekt werde, so Oberbürgermeister Wolfgang Tiefensee, nicht allein vom Willen der Kommission abhängen, die am 10.Juni eine Empfehlung für einen der drei Standorte abgeben werde.Nord Pool und die Gesellschafter würden den Börsenplatz Leipzig "auf jeden Fall" einrichten.

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