Berlin : Warnstreiks bei Coca Cola

In Berlin und Brandenburg haben am Donnerstag etwa 200 Beschäftigte der Coca-Cola-Erfrischungsgetränke AG die Arbeit nieder gelegt. Anfang April war eine zweite Verhandlungsrunde ohne Ergebnis beendet worden.

Berlin/Genshagen - Mit Warnstreiks haben fast 200 Beschäftigte in Betrieben der Coca-Cola-Erfrischungsgetränke AG (CCE) in Berlin und Brandenburg den Druck auf die Arbeitgeber weiter erhöht. In Berlin standen am Donnerstagmorgen die Abfüllanlagen bis 08.30 Uhr vollständig still, wie die Gewerkschaft Nahrung- Gaststätten-Genuss (NGG) mitteilte. An den Aktionen beteiligten sich in den Werken im brandenburgischen Genshagen und in Berlin- Hohenschönhausen insgesamt 195 Mitarbeiter.

In Genshagen wurde ab 06.00 Uhr mit Beginn der Frühschicht die Arbeit für zwei Stunden niedergelegt. Alle 45 Beschäftigten beteiligten sich an dem Warnstreik. In Hohenschönhausen gingen 150 Mitarbeiter inklusive einem Teil der Verwaltung in den Ausstand.

«Coca-Cola muss die Sorgen der Beschäftigten ernst nehmen. Die Warnstreiks sollen der CCE AG zeigen, dass es 'fünf vor zwölf' ist», sagte der NGG-Landesbezirksvorsitzende Ost, Edmund Mayer. Er bekräftigte zugleich seine Streikdrohung während der Fußball-WM. Wenn bei der nächsten Verhandlungsrunde am 27. April kein Ergebnis erzielt werde, seien «Auswirkungen auf die Versorgung mit Coca-Cola-Produkten bei der WM nicht ausgeschlossen». Warnstreiks hatte es schon am Mittwoch im brandenburgischen Perleberg und in Halle-Ammendorf (Sachsen-Anhalt) gegeben.

«Die Fußball-Fans werden natürlich ihre Coca-Cola-Produkte während der WM bekommen», sagte dazu Unternehmenssprecher Geert Harzmann der dpa. Anfang April war die zweite Runde der Tarifverhandlungen bei Coca-Cola ohne Ergebnis zu Ende gegangen. Die Gewerkschaft fordert eine Entgelterhöhung und Lösungen, mit denen Arbeitsplätze erhalten werden. Sie befürchtet den Abbau von bis zu 3000 der 9000 Arbeitsplätze bei CCE in Deutschland. Harzmann hatte allerdings am Mittwoch bekräftigt, dass es «keine Pläne in dieser Richtung» gebe. (tso/dpa)

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