Wirtschaft : Berlin wird attraktiver für Fluggesellschaften

Der Export wächst, Fernverbindungen lohnen sich

Berlin - Die Luftfahrtkonzerne entdecken Berlin wieder als Standort für Langstreckenflüge Richtung Asien und USA. Selbst die Lufthansa, die noch vor wenigen Jahren keinen ausreichenden Bedarf für solche Angebote gesehen hatte, denkt jetzt laut darüber nach, auch von Berlin aus direkt in die Ferne zu fliegen. Ein wesentlicher Faktor dafür sei der stark wachsende Warenexport der Unternehmen in der Hauptstadt, schätzt Hartmut Merten, Chefvolkswirt der Investitionsbank Berlin (IBB). Die USA seien mittlerweile das wichtigste Einzelland für den Berliner Außenhandel. Im vergangenen Jahr wurden Waren im Gesamtwert von 1,28 Milliarden Euro in die USA geliefert – ein Anteil von 11,3 Prozent am Gesamtexport.

Nach Berechnungen der IBB ist der Berliner Export im ersten Quartal 2007 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 11,7 Prozent gestiegen. In Richtung USA lag das Plus bei fast zwölf Prozent, China kaufte sogar 30 Prozent mehr Waren von Berliner Firmen. Mit einem wachsenden Warenaustausch steige auch die Zahl der Geschäftsreisenden, erläuterte Mertens. Daneben steige die Zahl der Touristen aus dem Ausland. Positiv spürbar seien noch die Effekte der Fußball-WM 2006.

Bereits heute bieten die beiden US-Gesellschaften Continental und Delta sowie Qatar Airways Fernverbindungen an. Geplant sind Direktflüge von Air China und der chinesischen Gesellschaft Oasis. Air Berlin hat neue Langstreckenflüge der Tochter LTU angekündigt. Der Raum Berlin reiche zwar kaum, um die Maschinen zu füllen, schätzt Air-Berlin-Sprecher Peter Hauptvogel. Der Konzern will aber sein Verbindungsnetz nach Berlin nutzen, um Kunden für die Langstrecke ab der Hauptstadt zu gewinnen.

In Deutschland wächst die Zahl der Flugreisenden seit Jahren, weshalb sich die Branche verstärkt mit den Folgen für die Umwelt auseinandersetzt. An den beiden größten Flughäfen Frankfurt und München soll deshalb ab Januar 2008 probeweise eine emissionsabhängige Landegebühr eingeführt werden. Das kündigte die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen am Montag an. Bisher müssen Fluglinien in Deutschland nur für laute Maschinen höhere Entgelte zahlen. Zudem fordert der Verband, dass der Bund die steigenden Sicherheitsgebühren übernimmt, die sich wegen schärferer Vorschriften 2006 auf 60 Millionen Euro mehr als verdoppelt haben. hop/du-

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