Wirtschaft : Berliner Anleger bleiben bei Russen-Aktien gelassen

BERLIN (dr).Die Berichte über die russische Finanzkrise werden immer dramatischer, doch die Anleger an der Berliner Wertpapierbörse ließen sich davon am Donnerstag nicht beeindrucken.Im Gegenteil: Die Kurse zogen wieder an.Allerdings täuscht das Bild ein wenig.Denn am Mittwoch hatten die Papiere massiv an Wert eingebüßt und notierten so tief wie lange nicht mehr.Da wirkten sich die Finanzkrise, der schwere Kurseinbruch an der Moskauer Börse, die allgemeine politische Situation und die Furcht vor einer Rubelabwertung aus.Nachdem aber sowohl die politische Führung in Moskau als auch die russische Zentralbank klar gemacht hatten, daß sie den Rubel stützen wollten, kehrten das Vertrauen oder auch die Lust am Spekulieren zurück.Noch im vergangenen Jahr hatte es einen rasanten Aufschwung an der russischen Börse gegeben.Die Gesamtkapitalisierung kletterte bis zum Sommer um rund 100 Prozent.

Dennoch sollten die Anleger skeptisch sein.Unternehmer und Moskauer Brokerfirmen hatten Regierungschef Kirijenko schon zu Wochenbeginn aufgefordert, den IWF um ein Darlehen anzugehen, da andernfalls "alles bisher Erreichte auf dem Spiel steht".Eine erste Tranche in Höhe von 700 Mill.Dollar - nach anderen Quellen sogar 2,5 Mrd.Dollar - soll bereits am Dienstag überwiesen werden.Erreicht Rußland jedoch keine neuen Kredite von dem Internationalen Währungsfonds und kommt es zu neuen Aktionen - beispielsweise der Bergarbeiter - dürfte die Zukunft eher düster aussehen.Dies dürfte dann auch wieder auf die Aktienkurse durchschlagen.

Berlin ist der wichtigste Markt für russische Aktien in der Bundesrepublik.Rund 50 000 dieser Papiere wechseln hier täglich den Besitzer.Sie sind in aller Regel im Freiverkehr notiert.Auch für die Werte aus anderen Reformstaaten wie beispielsweise Tschechien oder Polen ist Berlin einer der wichtigsten Handelsplätze.

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