Wirtschaft : Berliner Aufzughersteller Otis plant Stellenabbau

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Berlin - Die Mitarbeiter des Aufzug- und Rolltreppenherstellers Otis haben am Freitagvormittag vor dem Berliner Werk gegen einen geplanten Stellenabbau protestiert. Das Unternehmen plant, weite Teile der Montagearbeiten an Fremdfirmen zu vergeben. Dadurch sind deutschlandweit rund 80 Arbeitsplätze gefährdet, 15 davon in Berlin und Brandenburg. Otis begründet diesen Schritt mit einem verschärften Wettbewerbsdruck. „Der Verkauf von Neuanlagen ist stark von der Baukonjunktur abhängig“, sagte ein Unternehmenssprecher. Da die seit Jahren rückläufig sei, sei der Aufzug- und Rolltreppenmarkt seit 2000 um 30 Prozent eingebrochen.

Der Betriebsrat will bei den Auslagerungsplänen nicht mitmachen. „Bereits jetzt werden 50 Prozent der Montagearbeiten von Fremdfirmen ausgeführt“, sagte der Betriebsratsvorsitzende Peter Klausing. Nun wolle die Geschäftsführung die Fremdvergabe auf 90 Prozent aufstocken. Zudem solle es 2006 mit dem Stellenabbau weitergehen: 90 Arbeitsplätze in den Deutschland-Niederlassungen sollen wegfallen und das Service-Ersatzteillager von Berlin nach Paris verlagert werden. „Dadurch sind weitere 60 Stellen in der Zentrale in Berlin bedroht“, sagte Klausing. Otis beschäftigt deutschlandweit 3465 Mitarbeiter, davon 1200 in Berlin und Brandenburg, und machte im vergangenen Jahr 571 Millionen Euro Umsatz.

Seit Juli dieses Jahres ist eine Einigungsstelle bei Otis mit den Stellenabbauplänen befasst, die am Freitagmittag erneut zusammenkam. Vertreter von Arbeitnehmern und Geschäftsleitung verhandelten über eine gemeinsame Lösung. Ein Ergebnis war bis Redaktionsschluss nicht bekannt. Allerdings läuft am heutigen Sonnabend die Verhandlungsfrist aus. Sollte es bis dahin zu keiner Einigung gekommen sein, kann die Otis-Geschäftsführung die geplanten Kündigungen umsetzen. dro

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