Berliner Bank : Die Tochter der Deutschen Bank streicht Stellen

Institutschef Frank Gilly will Filialen schließen und Mitarbeiter entlassen. Wie viele ist noch unklar.

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Die Berliner Bank legt Filialen zusammen.
Die Berliner Bank legt Filialen zusammen.Foto: Kai-Uwe Heinrich

Berlin - Die Berliner Bank wird umgebaut. Filialen sollen geschlossen und zum Teil zu größeren Zweigstellen zusammengelegt werden, das wird auch Arbeitsplätze kosten. Die Geschäftsführung verhandle derzeit mit den Mitarbeitervertretern über eine möglichst „sozialverträgliche Regelung“, sagte Frank Gilly, Chef der Berliner Bank, am Donnerstag dem Tagesspiegel. „Wir wollen betriebsbedingte Kündigungen vermeiden.“ Derzeit werde über Abfindungen, Altersteilzeit und Frührente gesprochen. Genaue Zahlen, wie viele Mitarbeiter ihren Job verlieren, wollte das Institut aber noch nicht mitteilen. „Wir führen sehr vertrauliche und konstruktive Gespräche mit den Mitarbeitern beziehungsweise den Arbeitnehmervertretern“, sagte Gilly. In sechs Veranstaltungen habe er diese Woche alle 650 Mitarbeiter über seine Pläne informiert.

Weil die Kundenberatung auch aufgrund der stärkeren regulatorischen Vorgaben intensiver geworden sei, solle es künftig weniger aber dafür größere Filialen geben. „Wir wollen effizienter und damit zukunftsfähig werden“, sagte Gilly. Das hat zur Folge, dass Zweigstellen im Westen der Stadt, wo die Berliner Bank besonders stark vertreten ist, geschlossen werden. In anderen Bezirken wie beispielsweise in Mitte sollen dagegen sogar neue Filialen eröffnen. Derzeit ist die Berliner Bank mit 55 Standorten in der Stadt vertreten. Wie viele es in Zukunft sein werden, ist offen.

Seit 2007 gehört das Institut zur Deutschen Bank, seit mittlerweile drei Jahren ist es eine Niederlassung des Frankfurter Konzerns. Nach eigenen Angaben will Gilly auch weiterhin an der Marke „Berliner Bank“ festhalten. Der geplante Umbau diene nur dazu, sie in der Hauptstadt sichtbarer zu machen. Einen direkten Zusammenhang mit dem Sparprogramm der Deutschen Bank wollte er nicht herstellen – der Mutterkonzern plant, bis 2015 jährlich 4,5 Milliarden Euro einzusparen.

Frank Wolf von der Gewerkschaft Verdi forderte von der Berliner Bank mehr Informationen über den geplanten Personalabbau, „um die Interessen der Arbeitnehmer vertreten zu können“. Bankchef Frank Gilly versprach am Donnerstag, so schnell wie möglich Klarheit zu schaffen. Carla Neuhaus

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