Wirtschaft : Berliner Bank wird zurechtgestutzt

BERLIN (cbu/HB).Die Berliner Bank AG, einst das Problemkind im Konzern der Bankgesellschaft Berlin AG, soll völlig neu am Markt positioniert werden.Wie der Vorstandssprecher der Berliner Bank, Klaus von der Heyde, gegenüber dem "Handelsblatt" erläuterte, wird das Institut künftig als Regionalbank vornehmlich im Großraum Berlin und Brandenburg tätig sein und das überregionale Geschäft dem Konzern übertragen."Wichtig ist nicht die Größe, sondern die Rentabilität", betonte von der Heyde.

Im Rahmen der Neustrukturierung der Bankgesellschaft werde die Berliner Bank das internationale Geschäft, das überregionale Firmenkundengeschäft sowie die Bereiche Spezial- und strukturierte Finanzierung an die Mutter abgeben, hieß es.Dies würde zwar für alle Teilbanken des Konzerns gelten, also auch für Landesbank Berlin (LBB), Berlin Hyp und Nord/LB, die Anfang 1999 zum Konzern stoßen soll.Die Berliner Bank sei davon aber am deutlichsten betroffen, da sie bisher die stärkste überregionale Präsenz im Konzern aufweise.Das überregionale Privatkunden-Geschäft der Berliner Bank soll in der Allbank (bundesweit etwa 120 Filialen und 500 000 Kunden) und in der Direktbank Girotel, beides Töchter der Berliner Bank, gebündelt werden.

Anläßlich der Neuausrichtung würden alle Filialstandorte überprüft und die Zahl der Mitarbeiter deutlich um 600 auf etwa 2900 abgebaut, dazu kommen schätzungsweise weitere 500 Beschäftigte, die innerhalb des Konzerns wechseln werden.Welches Geschäftsvolumen durch den Umbau der Berliner Bank übertragen werde, steht laut von der Heyde noch nicht endgültig fest."Die Bilanz der Berliner Bank wird sich deutlich verändern", machte der Vorstandssprecher deutlich, der ab 1999 auch im Konzernvorstand der Bankgesellschaft sitzen wird.1997 wies die Berliner Bank eine Bilanzsumme von 47 Mrd.DM aus, der abgeführte Gewinn lag bei 365 Mill.DM.1996 waren für das Kreditgeschäft mit Großkunden Wertberichtigungen von fast 1,4 Mrd.DM notwendig geworden."Das Geschäft ist jetzt bereinigt", versicherte von der Heyde.Er will zwischen den hohen Verlusten aus 1996 und der Abgabe eines Großteils des Kreditgeschäftes keinen direkten Zusammenhang herstellen.

Schon im vergangenen Jahr speckte die Berliner Bank kräftig ab, über 300 Arbeitsplätze wurden abgebaut.Die Zahl der überregionalen Filialen reduzierte sich deutlich: Magdeburg und Schwerin wurden geschlossen, Dresden, Stuttgart und Hannover an andere Standorte angehängt.Von der Neuausrichtung erhofft sich der Konzern eine Erhöhung der Ertragsstärke der Berliner Bank und eine Stärkung in der Heimatregion.An der Zwei-Marken-Strategie in Berlin und Brandenburg (Berliner Bank und Sparkasse/LBB) soll nach den Angaben von der Heydes in jedem Fall festgehalten werden.

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