Wirtschaft : Berliner Baufirma in die Pleite gezogen

Konkurs der Muttergesellschaft

BERLIN (mot).Die Berliner Traditionsfirma Burgert Neue Bauhütte AG (BNB) steht aufgrund des Konkurses ihrer Muttergesellschaft, der Dülmener Kirschner-Gruppe, vor dem Aus."Wir sind von der Kirschner-Pleite mitgerissen worden", sagte der kaufmännische Leiter des vor 111 Jahren gegründeten Unternehmens, Klaus Nerlich, dem Tagesspiegel am Donnerstag.140 Mitarbeiter sind vom Konkurs, der schon am 25.August angemeldet wurde, betroffen, 50 Beschäftigte hätten aber bereits eine neue Arbeitsstelle gefunden, erklärte Nerlich.20 von 21 Lehrlingen seien ebenfalls bei anderen Unternehmen untergekommen.Die Berliner Baufirma wurde 1994 von der westdeutschen Kirschner-Gruppe übernommen, die bundesweit und mit Schwerpunkt in Berlin als Projektentwickler tätig war.Nach einer Sanierung im vergangenen Jahr, bei der ein Drittel der Beschäftigung in Berlin abgebaut wurde, liefen die Geschäfte der Berliner Tochter nach Nerlichs Worten gut.Auch der Mutter sei in einem Gutachten einer Münchener Unternehmensberatung bescheinigt worden, auf solidem Boden zu stehen, "mit Ausnahme der Liquiditätsausstattung", so der kaufmännische Leiter.Ende Juli habe Kirschner Konkurs anmelden müssen, weil eine Großbank den Geldhahn zugedreht habe.Vor allem auf dem Berliner Markt für Gewerbe-Immobilien war das Unternehmen - unter anderem wegen Leerständen - in Schwierigkeiten geraten.Das Konkursverfahren wurde nach Informationen des Büros des Konkursverwalters Runold Meier-Naust beim Amtsgericht Coesfeld (Nordrhein-Westfalen) angemeldet, kurz zuvor war der BNB-Firmensitz zum Sitz der Kirschner-Gruppe verlegt worden.Der Betriebsratsvorsitzende Jörg Pannek äußerte am Donnerstag die Befürchtung, die BNB-Mitarbeiter drohten bei den Sozialplanverhandlungen leer auszugehen, weil "kein Geld mehr im Unternehmen ist".

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