Wirtschaft : Berliner Baufirmen stellen ein

Berlin - Die Bauwirtschaft in Berlin und Brandenburg will in diesem Jahr wieder mehr Jobs schaffen. Einer Umfrage der Fachgemeinschaft Bau zufolge wollen rund ein Drittel der mittelständischen Betriebe bis Ende des Jahres neue Mitarbeiter einstellen, nur rund elf Prozent planen Entlassungen. Dennoch ist die Prognose des Verbandes, der rund 900 Mittelständler in der Region vertritt, für 2011 zurückhaltend. „Wir rechnen unterm Strich im Jahresverlauf mit einer roten Null am Bau“, sagte Verbandspräsident Kaspar-Dietrich Freymuth. Vor allem im öffentlichen Bau gehe man von einem Auftragsrückgang um rund zwei Prozent aus. Das bestätigt auch die Umfrage: Nur rund ein Drittel der befragten Unternehmen erwartet steigende Umsätze, 16 Prozent rechnen gar mit einer Verschlechterung.

Schon im vergangenen Jahr war der öffentliche Bau mit 1,3 Prozent Umsatzplus in Berlin und einem Minus von 2,3 Prozent in Brandenburg der schwächste Bereich gewesen – trotz der Konjunkturpakete. „Träger der Konjunktur 2010 waren Wirtschafts- und Wohnungsbau“, sagte Freymuth. Die Konjunkturpakete seien in Berlin und Brandenburg ohne nennenswerte Auswirkungen auf die mittelständische Bauwirtschaft verpufft. „Das meiste ist im Ausbaugewerbe gelandet“, sagte Freymuth. Dennoch legte der Gesamtumsatz der Branche 2010 um vier Prozent auf 5,7 Milliarden Euro zu.

Die drängendsten Probleme für die Bauwirtschaft in Berlin und Brandenburg sind der Umfrage zufolge die Schwarzarbeit in der Branche und der unlautere Wettbewerb. „Alleine in Berlin wird mittlerweile nahezu jeder zweite Euro am Bau schwarz erwirtschaftet“, sagte Freymuth. Die Fachgemeinschaft Bau forderte daher, beim Zoll mehr Kontrolleure einzustellen, die die Baustellen in der Region überprüfen. Die ab Mai geltende Arbeitnehmerfreizügigkeit bereitet ebenfalls einem knappen Viertel der befragten Betriebe Sorgen – allerdings weitaus weniger als etwa die Billigkonkurrenz, die 71 Prozent der Unternehmer als größtes Problem ansehen.

Auch der Fachkräftemangel ist mittlerweile spürbar – besonders in Brandenburg. 39 Prozent der Betriebe gaben an, nicht mehr genügend geeignete Auszubildende am Markt zu finden. jmi

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