• Berliner Bauindustrie kommt nicht aus der Krise Geringere Investitionen nach Fertigstellung der Regierungsbauten

Wirtschaft : Berliner Bauindustrie kommt nicht aus der Krise Geringere Investitionen nach Fertigstellung der Regierungsbauten

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(sök). Ein Ende der Krise in der Bauindustrie in Berlin und Brandenburg ist auch im kommenden Jahr nicht in Sicht. Allerdings werde sich die Rezession im Vergleich zum laufenden Jahr etwas abschwächen, sagte Rainer Eder, Präsident des Bauindustrieverbandes BerlinBrandenburg am Donnerstag. Mit einem „durchgreifenden Konjunkturimpuls“ durch die vorgezogene Steuerreform rechnet Eder nicht. Die Entlassungswelle im Baugewerbe werde auch im kommenden Jahr weitergehen.

Derzeit sind in Berlin mehr als 40 000 Bauarbeiter arbeitslos gemeldet. Insgesamt ging in der Bauindustrie seit Mitte der Neunzigerjahre jede zweite Arbeitsstelle verloren. Um diese Entwicklung zu stoppen, warnte Eder die Landesregierungen von Berlin und Brandenburg vor weiteren Kürzungen der öffentlichen Bauinvestitionen. Das Bauvolumen werde in Berlin 2004 nochmals um etwa fünf Prozent auf 8,6 bis 8,7 Milliarden Euro zurückgehen, schätzt der Bauindustrieverband. Im öffentlichen Bau rechnet Eder nach der Fertigstellung des Regierungsviertels nur noch mit wenig Impulsen. Im Wirtschaftsbau bleibe das Volumen im kommenden Jahr stabil.

2003 waren die Aufträge zumindest im Wohnungsbau von Quartal zu Quartal kontinuierlich angestiegen. Grund war allerdings ein Sondereffekt. Hausbauer zogen wegen der drohenden Streichung der Eigenheimzulage ihre Investitionen vor, um noch in den Genuss der vollen Förderung zu kommen.

Brandenburg schloss sich den schwachen Prognosen an. Auch dort werde 2004 weniger gebaut und Bauarbeiter entlassen, sagte Verbandsvize Erhard Ostwald. Durch die fehlgeschlagenen Investitionen wie dem Lausitzring, Cargolifter und jetzt bei der Frankfurter Chip-Fabrik seien der Baubranche viele Nachfolgeaufträge weggebrochen.

Verbandschef Eder forderte die Landesregierungen auf, Initiativen wie Private Public Partnership zu unterstützen, bei der öffentliche Investitionen mit privaten Finanzmitteln gefördert werden.

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