Wirtschaft : Berliner Buchläden setzen weniger um

BERLIN (fbe).Der Berliner Sortimentbuchhandel verzeichnete im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Umsatzrückgang von 1,8 Prozent.Im Gegensatz dazu sei der Umsatz in Brandenburg 1998 um 0,8 Prozent gestiegen.Der Umsatz in Deutschland insgesamt erhöhte sich um rund ein Prozent.Das ergab eine Umfrage bei kleinen und mittleren Buchhandlungen zur wirtschaftlichen Entwicklung des Sortimentbuchhandels in Berlin und Brandenburg.Der Verband der Verlage und Buchhandlungen Berlin-Brandenburg, der die Umfrage durchgeführt hatte, stellte die Ergebnisse am Mittwoch vor.

Der Umsatzrückgang in Berlin sei auf den zunehmenden Umzug von Berlinern ins Umland zurückzuführen, sagte Detlef Bluhm, Geschäftsführer des Verbandes.Er führte zudem an, daß die Ansiedelung neuer Großbuchhandlungen in Berlin, die an der Umfrage nicht beteiligt gewesen seien, jetzt spürbar werde.Nach den Ergebnissen der Umfrage sank bei der Hälfte aller Buchhändler die Kundenzahl und damit der Umsatz pro Kunde.

Das Weihnachtsgeschäft sei in den beiden Bundesländern im Gegensatz zur sonstigen Entwicklung erfreulich verlaufen.In Berlin stieg der Umsatz im Dezember im Vergleich zum Vorjahresmonat um 0,85 Prozent, in Brandenburg betrug der Zuwachs 1,2 Prozent.Dieses Ergebnis sei zwar erfreulich, insgesamt aber nicht befriedigend, sagte der Geschäftsführer.Hinsichtlich der wirtschaftlichen Entwicklung in seinem Verbandsagte Bluhm, daß es im vergangenen Jahr 25 Neuaufnahmen gegeben hätte, 39 Unternehmen seien ausgetreten.Die Austritte führte er auf Umzüge und - vor allem im Verlagsbereich - auf Zusammenschlüsse zurück.14 Firmen schlossen ihre Läden.

In den kommenden Jahren erwartet der Verband eine Zunahme des Internet-Handels.Vor etwa drei Jahren seien noch etwa 80 Prozent der Internet-Einkäufer Studenten gewesen, heute machten die Studenten noch einen Teil von etwa 20 Prozent aus.Das zeige, daß sich das Internet auch in Deutschland zunehmend durchsetzen wird.Zudem sei das Buch das gefragteste Produkt im Internet.Der Verband habe auf diese Entwicklung reagiert und deshalb drei Buchhandlungen aufgenommen, die nur über das Internet verkaufen.

Bluhm kritisierte die Pläne der Bundesregierung zur Einschränkung der Teilwertabschreibung.Die Unternehmen sollen durch die Neuregelung gezwungen werden, ihre Bestände wieder zum ursprünglichen Einkaufspreis anzugeben.Folge einer solchen Entscheidung wäre, daß die Firmen entweder Millionen an Steuern bezahlen oder die Lagerbestände so erheblich reduzieren, daß der eigentliche Sinn der Preisbindung, nämlich kulturelle Bestände aufrechtzuerhalten, verloren ginge, sagte Bluhm.

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