Wirtschaft : Berliner Computerfirmen machen auf der Cebit gute Geschäfte

Auf der Messe wollen 190 Hersteller aus der Hauptstadt Aufträge einsammeln – einige sind in ihrer Branche führend

Corinna Visser

Hannover - Berliner Firmen ziehen eine positive Zwischenbilanz der Computermesse Cebit in Hannover. „Wir haben schon einige Aufträge abgeschlossen und sind mit weiteren Kunden in guten Gesprächen“, sagt etwa Michael Knieling, Vorstand der Softwarefirma Snom Technology. „Die Cebit ist die wichtigste Leistungsschau der Branche weltweit“, sagt Johannes Nill, Geschäftsführer des Geräteherstellers AVM. „Hier kann man sehen, wo der Zug lang läuft und die Richtung mit beeinflussen.“ Fast 190 Aussteller aus Berlin sind vertreten – Gerätehersteller, Softwarefirmen, Sicherheitsspezialisten und Forschungsinstitute.

AVM zeigt auf der Cebit nicht nur eine neue Version der Fritzbox, die Telefonanlage, lokales Funknetz (WLAN) und DSL Modem in einem Gerät ist. „Schnurlos voipen“, sagt AVM-Chef Nill, „das ist das Thema dieser Messe“. Voipen (kurz für Voice over IP) bezeichnet das Telefonieren über das Internet. Mit einem neuen, schnurlosen Telefon, in das WLAN und DSL-Modem ebenfalls integriert sind, soll das Telefonieren über das Internet so bequem sein wie über das Festnetz. AVM zeigt auch ein Gerät, mit dem man künftig Anschluss an das neue Hochgeschwindigkeitsnetz der Telekom bekommen und mit bis zu 50 Megabit pro Sekunde im Netz surfen kann. Die neue Box verbindet nicht nur Internet und Telefon, sondern auch noch Fernseher und Stereoanlage. „Wir gehen fest davon aus, dass die Telekom das Netz aufbauen wird“, sagt Nill. „Noch vor kurzen war die maximale Geschwindigkeit im Netz ein Megabit, dann sechs und jetzt 16. Ich wüsste nicht, warum der Weg hier enden soll.“

Auch Snom profitiert davon, dass immer mehr Kunden die Möglichkeit nutzen, günstig über das Internet zu telefonieren. Die Berliner stellen dazu die passenden Telefone bereit. „Wir sind eine Softwarefirma“, sagt Snom-Vorstand Knieling. „Das Telefon ist nur die Verpackung.“ Die Kunden sind mittelständische Unternehmen. Das neueste Produkt zur Messe ist ein Einsteigermodell, das auch für den privaten Anwender gedacht ist. Zwei Merkmale hebt Knieling hervor, die sonst nur teure Internettelefonlösungen böten: Dreierkonferenz und Abhörsicherheit. „Damit der Chef nicht von seinem IT-Techniker abgehört werden kann“, sagt Knieling. Die Messe will das Unternehmen mit 17 Mitarbeitern vor allem nutzen, um neue Kunden in Europa zu gewinnen. Ein Drittel seines Umsatzes macht Snom bereits im Ausland.

E-Message, der einzige Mobilfunkbetreiber mit Sitz in Berlin, ist dagegen ganz auf Deutschland und Frankreich konzentriert. Das Unternehmen betreibt ein Funkrufnetz, das ähnlich wie Radio funktioniert: Kunden können auf speziellen Endgeräten Nachrichten empfangen, aber selbst keine senden. Einsatz findet die Technik etwa bei der Alarmierung von Feuerwehrleuten. E-Message bietet aber auch Börsen- oder Sportnachrichten an. Vorteile des Funkrufs: Viele Teilnehmer können gleichzeitig erreicht werden, der Empfang ist sicher und funktioniert auch in der Tiefgarage. Zur Cebit kann E-Message von neuen Kunden berichten: Unter anderen werden die Fans vom 1. FC Köln und Arminia Bielefeld künftig laufend vom Verein über Neuigkeiten informiert. „Wir sind auch im Gespräch mit Hertha“, sagt Geschäftsführer Dietmar Gollnick. „Wir wollen Marktführer in Deutschland bei mobilen textbasierten Sportnachrichten werden.“

Die Softwarefirma Gate5 ist Spezialist für Navigationslösungen für das Handy, den Taschencomputer oder das Auto. Gate5 ist nicht nur einmal, sondern gleich neunmal auf der Cebit vertreten. Nicht das Unternehmen selbst, sondern Kunden aus Taiwan und Deutschland, die die Software von Gate5 einsetzen, zeigen ihre Produkte. Gate5 nutzt die Messe, um weitere Anwender von der Qualität der Software Smart2go zu überzeugen. „Es läuft gut“, sagt Vorstandschef Michael Halbherr.

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