Wirtschaft : Berliner Danisco spürt Flaute

BERLIN (chi).Die Danisco Distillers GmbH, Berlin, die deutsche Tochtergesellschaft der dänischen Nahrungsmittel- und Getränkegruppe Danisco A/S, hat den allgemein rückläufigen Trend im Spirituosengeschäft 1997 voll zu spüren bekommen.Vor allem bei den "kleinen, feinen Spezialitäten", den Hauptmarken Malteserkreuz Aquavit und Aalborg Jubiläums Akvavit, "machte sich der Konsumverzicht verstärkt bemerkbar", sagte Geschäftsführer Bernd Gröning am Dienstag in Berlin.Im Geschäftsjahr 1997/98 (zum 30.4.) sackte der Umsatz der deutschen Gesellschaft um acht Prozent auf 104,2 (Vorjahr: 112,2) Mill.DM, der Ertrag entwickelte sich, wie Gröning sagte, "entsprechend".Für das laufende Jahr zeigte er sich dennoch zuversichtlich: Zum 75jährigen Jubiläum von "Malteserkreuz", das 1924 wegen der damaligen Importhürden erstmals als deutsche Eigenmarke in Berlin produziert wurde, kommt nun der preisgünstigere "Malteser No.2" auf den Markt.Mit dieser und der weiteren Neueinführung "Aalborg Dild Akvavit" sowie verstärkten Werbeaktivitäten hofft Gröning, "daß sich die negativen Zahlen aus der ersten Hälfte des Jahres ausgleichen lassen".

Die dänische Muttergesellschaft zeigt jedenfalls keine Anzeichen von Nervosität."Wir sind mit den Ergebnissen zufrieden", sagte Erik Juul-Mortensen, Chef von Danisco Distillers International, der Getränkesparte des Konzerns.An eine Schließung des bislang einzigen nicht-dänischen Produktionsstandortes - die Fertigung wurde 1992 von Berlin nach Buxtehude verlagert, Vertrieb und Management blieben in Berlin -, sei nicht gedacht.Vielmehr sollen die internationalen Aktivitäten ausgeweitet werden.Überlegungen gebe es für ein Werk in Polen, doch sei dies nicht aktuell.Juul-Mortensen betonte zugleich, daß an den "Gerüchten" über eine Fusion mit der französischen Allied Domecq "nichts dran" sei.

Sorgen bereiten ihm dagegen die EU-Pläne zur Abschaffung des Duty-free-Handels in der EU Mitte 1999.Sollte das Vorhaben trotz der ausstehenden Harmonisierung der Alkohol- und Tabaksteuern dennoch umgesetzt werden, "werden die nördlichen Länder und Deutschland viel verlieren".

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