Wirtschaft : Berliner Effektengesellschaft: Verlust bei der Consors-Tochter

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In der Bilanz der Berliner Effektengesellschaft werden im ersten Halbjahr 2001 rote Zahlen geschrieben. Wie der mehrheitlich dem Nürnberger Internet-Broker Consors gehörende Finanzkonzern am Donnerstag mitteilte, wird ein Bilanzverlust von 7,2 Millionen Euro ausgewiesen. Im Vorjahreszeitraum waren noch mehr als 23 Millionen Euro Gewinn angefallen. Begründet wird der Einbruch unter anderem mit hohen Rücklagen für eigene Aktien. Diese werden laut Aktiengesetz nötig, wenn sich nach einem Aktienrückkauf eine Differenz zwischen dem Aktienkurs zum Zeitpunkt des Erwerbs und dem aktuellen Kurs ergeben. Bei der Effektengesellschaft, die nach Angaben einer Sprecherin von der Möglichkeit, eigene Aktien zurückzukaufen, "ausgiebig Gebrauch gemacht hat", fielen entsprechende Rücklagen in Höhe von insgesamt 8,2 Millionen Euro an. Die Aktie hat seit ihrem Höchstkurs von 76,30 Euro im Februar 1999 gut 82 Prozent ihres Wertes verloren. Rund 22 Prozent der Aktien sind im Streubesitz.

Mittlerweile hält Consors mit 53 Prozent die Mehrheit an der Effektengesellschaft. Die Töchter Berliner Effektenbank AG, mittlerweile in Consors Capital Bank umfirmiert, und die verlustreiche Berliner Effektenbeteiligungsgesellschaft AG werden künftig nicht mehr in der Bilanz der Effektengesellschaft erfasst.

Das Institut verwies am Donnerstag weiter darauf, im operativen Geschäft weiter schwarze Zahlen zu schreiben. Nach Steuern, aber vor Rücklagen, betrug der Jahresüberschuss knapp eine halbe Million Euro. Die Bilanzsumme belief sich auf knapp 200 Millionen Euro. Die wichtigste Tochter, die Maklergesellschaft Berliner Freiverkehr, erwirtschaftete einen Gewinn nach Steuern von 2,3 Millionen Euro. Die im amtlichen Handel notierte Aktie notierte am Donnerstag bei 19 Euro (plus 2,7 Prozent).

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