Wirtschaft : Berliner Einzelhandel weiter auf Talfahrt

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Beste Kunden mit dem Autochs/nth t.

BERLIN (ADN).Der Berliner Einzelhandel ist weiter auf Talfahrt.Die Zahl der Kunden, der Umsatz und die Verweildauer in Geschäftszentren gingen seit 1992 beträchtlich zurück, heißt es in einer am Montag in Berlin präsentierten Studie der Bundesarbeitsgemeinschaft der Mittel- und Großbetriebe des Einzelhandels (BAG).Am kauffreudigsten sind danach die motorisierten Konsumenten. Für die bundesweite Untersuchung wurden in Berlin im Oktober 1996 an drei ausgewählten Tagen (Langer Samstag, Freitag und Donnerstag) an 29 Standorten, darunter in der City-West, in der Steglitzer Schloßstraße und in der Neuköllner Karl-Marx-Straße, rund 19.000 Kunden nach ihrem Kaufverhalten befragt.Die Ergebnisse wurden mit der vorangegangenen Studie von 1992 sowie den Daten anderer Großstädte verglichen. Die Kundenzahl sank im Analysezeitraum um mehr als 18 Prozent auf rund 662.000.Damit liege die Spreemetropole im Bundestrend, wie BAG-Geschäftsführer Rolf Pangels sagte.In anderen Großstädten betrage der Rückgang etwa 17 Prozent.Dagegen habe sich in Berlin im Unterschied zu vergleichbaren Regionen die Zahl der "Einkaufstouristen" aus dem Umland verringert.Mit knapp einem Prozent bleibe die Stadt auch beim Anteil ausländischer Kunden zum Beispiel hinter München und Hamburg (fünf bis sechs Prozent) deutlich zurück. Einen "erfreulichen Lichtblick" sieht Pangels beim Käuferanteil unter den Berlin-Besuchern, der um fünf Prozent gestiegen sei.Inzwischen kaufen laut Studie mehr als 70 Prozent von ihnen beim Trip in die Hauptstadt auch etwas ein.Trotzdem sind die Umsätze je Kunde und je Quadratmeter Verkaufsfläche rückläufig, wenngleich das Minus an den Standorten unterschiedlich ausfällt.Während in der City-West jeder Kunde im Durchschnitt 43,50 Mark (21 Mark mehr als in anderen Großstädten) ausgibt, sind es in der Wilmersdorfer Straße nur 17 Mark.In Bezug zur Verkaufsfläche beträgt der Umsatz in der City-West pro Quadratmeter 41,60, in der Wilmersdorfer Straße 29,80 Mark. Die Mehrzahl der Kunden (45 Prozent) kommt der Untersuchung zufolge mit öffentlichen Verkehrsmitteln zum Einkaufen.Knapp 30 Prozent benutzen den Pkw.Jeder fünfte geht zu Fuß.Vier Prozent sind mit dem Fahrrad unterwegs.Zugleich stellte die Studie fest, daß der Pkw-Kunde auch am meisten Geld umsetzt.Bei 13 Prozent der Einkäufe bezahlt er mehr als 251 Mark.Bei Fußgängern sind es lediglich fünf Prozent.Zudem halten sich motorisierte Konsumenten deutlich länger mit dem Einkauf auf als Bus- und Bahnbenutzer oder Fußgänger.Mehr als vier Stunden gehen nur vier Prozent der Fußgänger, aber zehn Prozent der Pkw-Nutzer shoppen.

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