Wirtschaft : Berliner Elektro baut Beteiligungen aus

Zukäufe für Elektro- und Bankentechnik / Aktionäre erhalten Vorzug bei euromicron-Börsengang BERLIN (chi).Die Berliner Elektro Holding (BEH) steht kurz vor der mehrheitlichen Übernahme von zwei weiteren Unternehmen.Wie Holding-Vorstandschef Reinhold C.Heibel am Freitag mitteilte, wird die Tochtergesellschaft BE Gruppe Bankentechnik AG in den nächsten Tagen eine Mehrheitsbeteiligung von 51 Prozent am Stuttgarter Softwarehaus DPS Engineering mbH erwerben, das sich auf die Entwicklung von Software für Banken und Versicherungen spezialisiert hat.Der Bereich Elektrotechnik, der Ende Juni unter dem Namen euromicron Communication & Control Technology AG an die Börse geht, übernimmt zum 1.Juni 75 Prozent an der LWL Sachsenkabel GmbH, einem Hersteller von Glasfaserkabeln für die Telekommunikation und Datenübertragung mit Sitz in Gornsdorf, Sachsen.Beide Neuerwerbungen, sagte Heibel, seien ertragsstark und zudem "strategisch wichtige Abrundungen" für die Bereiche Elektro- und Bankentechnik.Zu den Kaufpreisen wollte er sich nicht konkret äußern, man habe "sicher einen zweistelligen Millionenbetrag" ausgegeben.Bei der Bilanzvorlage der Holding in der vergangenen Woche hatte Heibel angekündigt, daß durch die bevorstehende Kapitalerhöhung und den Börsengang der Tochter euromicron allein in diesem Jahr ein Finanzvolumen von rund 300 Mill.DM für Zukäufe zur Verfügung stünde.Durch das Engagement beim Softwarehaus DPS Engineering, die unter anderem Systeme für die Kredit- und Wertpapierabwicklung der Banken sowie das Electronic Banking entwickeln, eröffnen sich laut Heibel für den Bereich Bankentechnik angesichts der Umstrukturierungen im Finanzsektor gute Wachstumsperspektiven.Der Bereich sei dem Ziel, ein "ausgewogenes Leistungsmix" anzubieten, ein "gutes Stück nähergerückt".Software und Dienstleistungen würden nun 40 Prozent des Gesamtumsatzes der Tochter erreichen.DPS erzielte 1997 einen Umsatz von 25 Mill.DM, die Gruppe Bankentechnik der BEH 178 Mill.DM.Heibel kündigte zugleich an, daß der Bereich über zwei weitere Akquisitionen verhandele und damit einem Börsengang näherrücke.Den Zukauf von LWL Sachsenkabel bezeichnete Heibel trotz des kleinen Umsatzvolumens von zehn Mill.DM als "strategisch wichtigen Schritt" für die Tochter euromicron (Umsatz 1996: 264 Mill.DM).LWL stärke das Komponentengeschäft im Bereich Lichtwellenleitertechnik, ein Geschäftsfeld, dem weltweit Zuwachsraten von jährlich 20 bis 30 Prozent prognostiziert werden.Beim Börsengang der euromicron - sie wird Ende Juni in den Neuen Markt der Frankfurter Börse aufgenommen - wird BEH-Aktionären zudem eine bevorrechtigte Zuteilung eingeräumt.Wer zum 19.Juni mindestens 100 Stamm- oder 100 Vorzugsaktien der BEH besitzt, kann 100 euromicron-Aktien zeichnen.Dafür wurden 260 000 Inhaber-Stammaktien reserviert.

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