Wirtschaft : Berliner Elektro: Die Holding wird Finanzgesellschaft und in AdCapital umbenannt

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Die Berliner Elektro Holding AG, die zuletzt mit ihren Beteiligungen an rund 80 mittleren und kleineren Unternehmen wenig Fortüne bewies, orientiert sich neu. Auf der Hauptversammlung am Mittwoch in Berlin versprach der neue Vorstandsvorsitzende Christoph Schug einen "radikalen Neuanfang". Aus dem Konzern, der seine Beteiligungen in strategische Geschäftsfelder bündelte, werde eine Finanzgesellschaft mit "einem Portfolio von Investments, ähnlich einen Fonds", sagte Schug. Entsprechend wird auch der Name geändert: Die Berliner Elektro Holding wird in Zukunft als AdCapital AG firmieren.

Ziel werde es sein, "Kapital für Unternehmer und Unternehmen" bereitzustellen, sagte Schug. AdCapital werde sich mittelfristig engagieren, etwa bei Nachfolgeregelungen in Familienunternehmen oder im Rahmen von Venture-Capital-Finanzierungen. Dabei werde man sich auch im Management engagieren. Als Investitionshorizont aber gelte ein Zeitraum von drei bis acht Jahren. Die Fehler der Vergangenheit, "den Kauf von Unternehmen ohne Exit-Strategie", werde man nicht wiederholen.

"Wir haben eine Schlussstrich unter die Vergangenheit gezogen", sagte Schug. Mit der Bilanz 1999, die einen Verlust in der AG von 126 Millionen Mark auswies, seien die Altlasten bereinigt worden. Per Ende März wies die Holding ein positives Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit von 22 Millionen Mark aus - nach minus acht Millionen im Vorjahr -, der Erlös von 440 Millionen Mark aus dem Verkauf der Anteile an der Chiptechniktochter Besi sei darin noch nicht enthalten. Den Aktionären, die in diesem Jahr erstmals auf eine Dividende verzichten mussten, versprach Schug für das laufende Jahr einen Rekordgewinn und eine Kursbelebung. Gemessen am Nettoanlagevermögen wäre eine Notierung von 21 Euro gerechtfertigt, sagte Schug. Aktionärsvertreter zeigten sich skeptisch: Weder die neue Strategie noch die Interessen der Großaktionäre - die Gründerfamilie Bernau und der Unternehmer Günter Leibinger halten 40 Prozent der Anteile - seien klar erkennbar.

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