Wirtschaft : Berliner Elektro Holding plant weitere Zukäufe

BERLIN (chi).Bei der Berliner Elektro Holding (BEH) werden die Brötchen inzwischen kleiner gebacken.Nach den optimistischen Ankündigungen der vergangenen Jahre zeigte sich Konzernvorstand Reinhold C.Heibel bei der Bilanzvorlage am Mittwoch fast bescheiden: 1999 werde die Unternehmensgruppe ihren Umsatz auf gut 1,7 Mrd.DM ausweiten und das Ergebnis verbessern - nicht zuletzt durch weitere Zukäufe.Zu detaillierteren Angaben ließ er sich nicht verleiten.Kein Wunder: Obwohl die Holding 1998 den Jahresüberschuß deutlich von acht Mill.auf 35,8 Mill DM ausweiten konnte und damit, wie Heibel betonte, "das zweitbeste Ergebnis ihrer Geschichte" erzielte, reagierte die Börse verhalten: Dem Vorstand wurde angekreidet, das selbst gesetzte Ergebnisziel von 50 Mill.DM nicht erreicht zu haben."Aus dieser Erfahrung sind wir klug geworden", sagte Heibel.

Der Vorstandschef bemühte sich nun, das Bild zu korrigieren.Trotz der Schwäche des Halbleitergeschäfts und der Bahnindustrie, die die beiden größten Tochtergesellschaften Besi (Chipmontagetechnik) und Schaltbau (Verkehrstechnik) belasteten und Restrukturierungsaufwendungen von 25 Mill.DM erforderlich machten, zeige der deutliche Ergebniszuwachs der Holding, "daß wir bei der Neuausrichtung ein gutes Stück vorangekommen sind", sagte Heibel.Besi und Schaltbau haben der Unternehmensgruppe 1998 Umsatzrückgänge von knapp 170 Mill.DM und Verluste fast 10 Mill.DM beschert.Die guten Ergebnisse der drei übrigen Unternehmensbereiche hätten dies aber mehr als ausgeglichen, betonte Heibel: Die seit 1998 börsennotierte Euromicron (Elektrotechnik) habe die Ergebnisprognosen "weit übertroffen", auch die Bankentechnik und die Hochtechnologiesparte zeigten eine erfreuliche Entwicklung.Zugleich wurden "umfangreiche Maßnahmen" zur Restrukturierung von Besi und Schaltbau eingeleitet.

Heibel schloß deshalb nicht aus, daß die beiden großen Tochtergesellschaften 1999 wieder in die Gewinnzone zurückkehren werden.Vor allem die beschleunigte Internationalisierung der Schaltbau AG, deren 1998 neugegründete Tochtergesellschaft in den USA erste Auftragserfolge verbuchte, lasse erwarten, "daß die Restrukturierung in diesem Jahr Früchte trägt".Aber auch aus der Halbleiterbranche werde inzwischen "Licht am Ende des Tunnels gemeldet".Die Ergebnisse des ersten Quartals sind noch bescheiden.Der Umsatz der Gruppe lag mit 373 Mill.DM unter dem Niveau des Vorjahres von 415 Mill.DM.Gleichwohl rechnet Heibel mit einer Belebung in der zweiten Jahreshälfte.

Der Vorstand kündigte weitere Zukäufe an.Als Schwerpunkte nannte Heibel den Bereich Netzwerktechnik der Tochter Euromicron, die zu einem führenden Systemanbieter ausgebaut werden soll, und die Informations- und Telekommunikationstechnik, um den Bereich Bankentechnik weiter zu stärken.Für die Tochter Bankentechnik ist der Börsengang in diesem Herbst an den Neuen Markt in Frankfurt geplant.Darüber hinaus kündigte Heibel an, die Internationalisierung der Schaltbau durch "strategische Allianzen" beschleunigen zu wollen.

Heibel machte kein Hehl daraus, daß die Kursentwicklung der BEH-Aktie für den Vorstand "wenig befriedigend" sei.Gleichwohl gibt es diesmal keinen Bonus für die Aktionäre: Die Dividende soll unverändert bei 0,90 DM je Stamm- und einer DM je Vorzugsaktie bleiben.

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