Wirtschaft : Berliner Elektro kehrt in die Gewinnzone zurück

Höhere Ausschüttung und Gratisaktien für die Aktionäre BERLIN (dw).Die Berliner Elektro Holding erntet die Früchte der grundlegenden Umstrukturierung des vergangenen Jahres: Die mittelständische Unternehmensgruppe - einer der umsatzstärksten industriellen Arbeitgeber der Hauptstadt - ist wieder in die Gewinnzone zurückgekehrt.Wie das Unternehmen am Dienstag in Berlin mitteilte, wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr ein Konzernüberschuß von acht Mill.DM erwirtschaftet.Im Jahr zuvor hatte der Konzern noch ein Minus von 55,6 Mill.DM ausweisen müssen.Der Jahresüberschuß der Holding stieg sogar nach einem Fehlbetrag von 74,7 Mill.DM im Jahre 1996 auf 40,8 Mill.DM. "Im laufenden Geschäftsjahr 1998 erwartet der Vorstand der Gesellschaft im Konzern eine deutliche Gewinnsteigerung", hieß es in der Mitteilung des Unternehmens.Nun soll das Grundkapital für weitere Firmenübernahmen erhöht werden.Die Aktionäre sollen von der erfreulichen Entwicklung profitieren: Neben einer höheren Ausschüttung ist auch die Ausgabe von Gratisaktien geplant. Die Aktionäre sollen neben einer unveränderten Dividende von 0,90 DM je Stamm- und 1 DM je Vorzugsaktie einen Bonus von 0,10 DM je Aktie erhalten.Für das laufende Geschäftsjahr werde eine deutliche Gewinnsteigerung erwartet, hieß es.Das Grundkapital soll von 63,49 Mill.DM auf 75,03 Mill.DM erhöht werden.Dafür werden 2,3 Millionen neue Stammaktien im Nennbetrag von je fünf DM ausgegeben.Nach dieser Kapitalerhöhung soll durch Ausgabe von Gratisaktien an die Aktionäre das Grundkapital auf rund 90,04 Mill.DM erhöht werden.Für die vorgeschlagene Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln sei die Ausgabe von rund 2,02 Mill.Stück Stamm- und rund 980 900 Stück Vorzugsaktien im Verhältnis 5:1 geplant.Die neuen Aktien sollen für das Geschäftsjahr 1998 voll gewinnberechtigt sein. 1997 erzielte die in der Elektro-, Verkehrs-, Banken- und Chipmontagetechnik sowie in der Hochtechnologie tätige Gruppe einen Konzernumsatz von 1,72 Mrd.DM (1996: 1,63 Mrd.DM).Das Umsatzwachstum von gut sechs Prozent lag "leicht oberhalb der Erwartungen", teilte das Unternehmen ferner mit.Der Gewinn aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit sei um 52 Prozent auf 41,4 Mill.DM gestiegen.Vorstandsvorsitzender Reinhold C.Heibel erklärte, bei der strategischen Neuausrichtung der Unternehmensgruppe sei in relativ kurzer Zeit viel erreicht worden.Die vorgeschlagene Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln dokumentiere die Zuversicht, 1998 eine deutliche Ergebnissteigerung erzielen zu können und die Aktionäre angemessen an den Erfolgen zu beteiligen.Weitere Details zum Verlauf des Geschäftsjahres werde die Berliner Elektro auf der Bilanzpressekonferenz am 6.Mai mitteilen. Die Berliner Elektro Holding ist ein Zusammenschluß von mehr als 80 zumeist mittelständischen Unternehmen.Bankanalysten hatten lange Zeit kritisiert, die Gruppe sei zu unübersichtlich und unstrukturiert.Nach der im vergangenen Jahr abgeschlossenen Neuorganisation wurden die Mitgliedsfirmen auf fünf "Zwischenholdings" zugeteilt: Elektrotechnik, Verkehrstechnik, Hochtechnologie, Chiptechnik und Bankentechnik.Das Image des unübersichtlichen Gemischtwarenladens konnte die Holding damit ablegen.Die Berliner Elektro konzentriert sich nun auf Kernkompetenzen: Inzwischen wird rund die Hälfte des Umsatzes im Bereich der Schaltbau AG (Verkehrstechnik) erzielt.Ein weiteres Umsatzviertel steuert das niederländische Unternehmen Besi bei, das Maschinen für die Chipproduktion herstellt.Die Berliner Elektro Holding hält 56,8 Prozent an dem Hightech-Betrieb.Mit einer Umsatzrendite von rund 15 Prozent zählt die Besi zu den Flaggschiffen der Holding.

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