• Berliner Energieversorger zieht die Kostenschraube stärker an - 1000 Mitarbeiter mehr als geplant müssen gehen

Wirtschaft : Berliner Energieversorger zieht die Kostenschraube stärker an - 1000 Mitarbeiter mehr als geplant müssen gehen

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Der Berliner Energieversorger Bewag muss wegen des starken Wettbewerbsdrucks im Strommarkt weitere Kosten einsparen. Das Unternehmen teilte dazu am Montag mit, dass in den kommenden zwei Jahren rund 1000 Mitarbeiter mehr als bisher geplant ausscheiden müssen. Bereits beschlossen wurde im vergangenen Sommer, dass die Bewag ihren Personalbestand bis 2003 auf 4500 bis 4700 Mitarbeiter reduziert. Derzeit zählt die Bewag noch 6400 Beschäftigte. Bewag-Sprecher Reinhard Heitzmann: "Optimierungsprogramme in allen Bereichen haben neue Kostensenkungspotentiale gezeigt." Die Bewag will ihren Personalbestand deshalb bis 2003 auf 3700 Mitarbeiter reduzieren.

Betroffen sind diesmal vor allem die Verwaltungsbereiche "Netze", Vertrieb, Führung und Steuerung sowie der Bereich Wärme. Nachdem die Optimierungsprogramme in den Kraftwerken der Bewag weitestgehend umgesetzt und die Anlagen "optimiert" sind, wird jetzt im Verwaltungsbereich gespart. Auch das Oursourcing ganzer Unternehmensbereiche, wie des IT-Services oder des Bereiches Abrechnung (siehe Kasten) ist vorbereitet. Die Bewag will damit ihr Kostensenkungsziel von einer Milliarde Mark auf 1,3 Milliarden Mark in 2003 erweitern. Bereits am Montag begannen die Gespräche des Bewag-Vorstandes mit dem Betriebsrat zur Umsetzung der neuerlichen Personalpläne. Wie im vergangenen Jahr sei es auch jetzt Ziel des Unternehmens, niemandem zu kündigen und den Abbau "sozial verträglich" zu gestalten, sagte Heitzmann. Auch eine neuerliche "Sprintprämie" (Prämie für Mitarbeiter, die das Unternehmen rasch verlassen) sei nicht ausgeschlossen.

In den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres 1999/2000 hat sich das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit um 32 Millionen Mark auf 280 Millionen Mark erhöht. Der Stromabsatz stieg leicht um 1,7 Prozent, die Stromerlöse gingen jedoch durch Preisnachlässe um 165 Millionen Mark auf 1,34 Milliarden Mark zurück. Der Umsatz lag im ersten Halbjahr mit 1,83 Milliarden Mark um 111 Millionen Mark unter dem Vorjahresniveau. Alle Daten des Unternehmens für das Geschäftsjahr, sagte Heitzmann, "liegen im Plan".

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