Berliner Entsorger : Alba hakt 2013 ab

Das Schrottgeschäft läuft beim Berliner Entsorger Alba so schlecht wie selten. Nun will der Konzern die Struktur straffen - und damit neue Kunden gewinnen.

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Der Kupferpreis sank im Juni auf den niedrigsten Preis seit drei Jahren.
Der Kupferpreis sank im Juni auf den niedrigsten Preis seit drei Jahren.Foto: dpa

Optimismus klingt anders. Für das laufende Jahr erwartet die Alba SE einen „Umsatzrückgang sowie eine deutliche Reduzierung des Vorsteuerergebnisses“ verglichen mit dem Vorjahr. Das teilte das börsennotierte Metall- und Recyclingunternehmen im Rahmen der Bilanz fürs dritte Quartal am Donnerstag in Köln mit.

Das Unternehmen gehört zur Berliner Alba-Gruppe und ist auf die Wiederverwertung von Metallen spezialisiert. Man habe für das zweite Halbjahr mit einer positiven Entwicklung in der europäischen Stahlindustrie gerechnet, sagte Vorstandschef Axel Schweitzer. „Damit ist das laufende Geschäftsjahr in der gesamten Schrottwirtschaft eines der schlechtesten seit Beginn der 90er Jahre.“

Die schlechte Geschäftsentwicklung zwingt das Unternehmen nach eigenen Angaben dazu, das Metallrecycling mit der Entsorgungssparte der Alba-Gruppe eng zu verzahnen. Beide Geschäftsfelder sollen von Joachim Wagner, Direktor bei Alba SE und Vorstandsmitglied der Alba-Gruppe, geführt werden.

Im dritten Quartal war der Umsatz von Alba SE von 464 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum auf 425 Millionen Euro gesunken. Der Gewinn vor Steuern brach von knapp 13 auf knapp vier Millionen Euro ein. Damit setzt sich der Trend aus den Vorquartalen fort. In den neun Monaten bis September erlöste das Unternehmen gut 1,3 Milliarden Euro (Vorjahreszeitraum: gut 1,5 Milliarden). Der Vorsteuergewinn sank von 26 Millionen auf 9,5 Millionen Euro. Ohne Restrukturierungskosten läge das Plus bei gut 15 Millionen, betonte das Unternehmen.

Alba SE begründet die deutlichen Gewinneinbußen ausschließlich mit äußeren Einflüssen. Die Rohstahlproduktion sei in den ersten neun Monaten um gut zwei Prozent gesunken. Die Nachfrage bei Stahlschrott aus der EU sei „zurückhaltend“. Der starke Euro erschwere den Export.

Die künftige Verschränkung mit der Entsorgungssparte will das Unternehmen ausdrücklich nicht als Sparmaßnahme verstanden wissen. Es gehe vielmehr darum, durch ein breiteres Leistungsspektrum zusätzliche Kunden zu gewinnen, sagte eine Sprecherin dem Tagesspiegel. Außendienstler, die bisher nur die Leistung Metallentsorgung anbieten können, könnten ihren Industriekunden künftig auch andere Entsorgungsleistungen anbieten.

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