Wirtschaft : Berliner EU-Vertreter kritisiert Euro-Debatte

BERLIN (ddpADN).Als bedauerlich und kontraproduktiv hat Jean-Jacques Nuss von der Berliner Vertretung der EU-Kommission in Deutschland die Diskussion um eine Euro-Verschiebung bezeichnet.Auf einer Podiumsdiskussion am IFA-Stand der Bundesregierung sagte Nuss am Freitag in Berlin, der Streit werde "oft losgelöst von einer sachlichen und der Realität entsprechenden Debatte" geführt.Dies trage nicht zur Vorbereitung der Bürger auf den Euro bei, sagte Nuss.Sie würden zu unsinnigen Entscheidungen hinsichtlich ihrer Ersparnisse verführt.Die Umstellungsvorbereitungen in den Unternehmen würden gebremst und falsche Signale an die Finanzmärkte gegeben.Eine Verschiebung der Euro-Einführung käme "einem Eigentor im Halbfinale" gleich.In anderen EU-Ländern wüchsen auch Zweifel an der Verläßlichkeit der deutschen Zusagen.Nuss verwies darauf, daß die Euro-Einführung von fast zwei Dritteln der Bürger der EU-Staaten gewollt und auch pünktlich erwartet werden.Sie werde zudem in allen Staaten, auch in Deutschland, von über 80 Prozent der Entscheidungsträger in Politik und Wirtschaft mitgetragen.Michael Röskau, Ministerialdirigent im Bundesfinanzministerium, betonte, die Einführung des Euro sei keine Währungsreform.Dem Wesen nach sei das eine Währungsumstellung, bei der sich die Zahlen ändern, der Wert jedoch gleichbleibt.Alle Preise würden sich damit im gleichen Verhältnis wie Einkommen, Guthaben und Schulden ändern, gleichfalls die Ersparnisse und Renten.Nach dem für den 1.1.1999 geplanten Euro-Start bleibe die Mark als "Unterwährung des Euro" noch drei Jahre erhalten.Für Peter Kittelmann, Mitglied des EU-Parlaments, ist der Euro zur Komplettierung des Binnenmarkts unverzichtbar.Daher sollte es in der Diskussion nicht mehr darum gehen, ob der Euro kommt, sondern wie und warum er kommen muß.

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