Wirtschaft : Berliner Foris geht mit Rechtsschutz an die Börse Gesellschaft finanziert Prozesse

BERLIN .Mit der Berliner Foris AG plant jetzt erstmals in Deutschland eine sogenannte Prozeßfinanzierungsgesellschaft den Börsengang.Bereits diesen Sommer wolle das Unternehmen, das gegen Erfolgsbeteiligung Rechtsstreitigkeiten finanziert, an den Neuen Markt gehen, teilte die Foris AG in Berlin mit.Das größtenteils von Rechtsanwälten getragene Unternehmen springe ein, wenn der Kläger trotz aussichtsreicher Rechtsposition das Prozeßkostenrisko nicht tragen wolle oder könne.

Die 1996 gegründete Foris spricht von einem weltweit einmaligen Dienstleistungsangebot, das eine Lücke im Rechtsschutzsystem schließe.Selbst in den USA gebe es dieses Angebot noch nicht, sagte Vorstand Christian Rollmann.Foris führe Rechtsstreitigkeiten nicht selbst, sondern trage Anwalts-, Gerichts- und Sachverständigenkosten.Der Kläger müsse im Falle einer Niederlage nichts zahlen.Der etwaige Erlös werde zwischen Mandant und Foris geteilt.Aufgrund der enormen Nachfrage und der geplanten Expansion habe man sich nun zum Börsengang entschieden.Insgesamt gibt es 867 000 Foris-Aktien bei einem nominalen Grundkapital von 4,33 Mill.DM.Rund 25 Prozent von den Gründern, Vorständen, Aufsichtsräten und ihren Familien gehalten.Nach der Privatplazierung im Herbst sind etwa 2000 Aktionäre an Foris beteiligt.Die Hälfte davon sind Rechtsanwälte.Foris werde bereits außerbörslich durch die Ahag AG gehandelt und kostete nach Firmenangaben am Freitag nachmittag 94 Euro (184,24 DM).

Bisher seien über 90 Prozeßfinanzierungsverträge abgeschlossen worden, deren Streitwert insgesamt über 85 Mill.DM betrage.Der Anteil für Foris bei positivem Ausgang aller Verfahren würde bei 46 Mill.DM liegen.Bis Ende 1999 hat Foris den Abschluß von mindestens 150 Finanzierungsverträgen mit einem möglichen Gewinnanteil von 75 Mill.DM geplant.Zur Ertragslage hieß es, aus Prozeßfinanzierungen habe die Gesellschaft 1998 rund 118 000 DM erzielt und aus sonstigen betrieblichen Erträgen einschließlich der Anlage liquider Mittel 384 000 DM.Den Erlösen stünden Aufwendungen von 1,5 Mill.DM gegenüber.Das negative Jahresergebnis 1998 sei im wesentlichen durch die Kosten der Markteinführung des Produktes und der Aktie entstanden.

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