Wirtschaft : Berliner Gasnetz: Gasag zahlt weniger Zinsen

fmk

Die Gasag Berliner Gaswerke AG bestätigte am Mittwoch, dass sie ihr Erdgasnetz verkauft hat. Sie pachtet es vom Käufer, einer Beteiligungsgesellschaft der KG Allgemeine Leasing GmbH & Co. (KGAL), zurück. Der Verkaufspreis liegt bei 1,6 Milliarden Mark. Die Gasag hat damit die Finanzierung des Leitungsnetzes von Bankkrediten auf Pachtzahlungen umgestellt.

"Die technische Sicherheit des Berliner Gasnetzes ist weiterhin durch die Zuverlässigkeit der Gasag-Techniker gewährleistet", versichert das Unternehmen. Die Gasag sei weiterhin alleiniger Betreiber des Netzes und werde sämtliche Reparaturen oder Erweiterungen selbst vornehmen. Das Geld dafür komme aber von dem neuen Inhaber. Für die Konkurrenzunternehmen, die Gas durchleiten, ändere sich auch nichts.

Die Gasag pachtet das Netz für 150 Millionen Mark im Jahr. Da sie jetzt mit dem Verkaufserlös einen Teil ihrer Schulden in Höhe von rund 900 Millionen Mark bezahlen kann, fallen dafür Zinszahlungen in Höhe von 170 Millionen Mark weg. "Zur Tilgung von Krediten haben wir etwa 650 Millionen Mark verwandt", sagt Klaus Haschker von der Gasag. "Ein schöner Nebeneffekt ist, dass wir finanziellen Spielraum erhalten haben." 400 Millionen Mark will die Gasag investieren, zum Beispiel in neue Geschäftsfelder. "Wir haben im Übrigen für einen möglichen Rückerwerb des Netzes umfassend Sorge getragen", sagt das Unternehmen. Sie kann das Erdgasnetz zurückkaufen, wenn der Konzessionsvertrag des Landes Berlin für den Netzbetrieb ausläuft. 220 Millionen Mark stellt sie jetzt schon dafür zurück, doch sie wird dann zusätzlich wieder Kredite aufnehmen müssen.

Die 6700 Kilometer Erdgasnetz hat die KGAL aus Grünwald bei München bereits im Dezember gekauft und mit der Gasag einen langfristigen Leasingvertrag abgeschlossen. Die KGAL ist ein Schwergewicht unter den Leasinggesellschaften und hat ein Geschäftsvolumen von rund 60 Milliarden Mark. Die Gasag gehört der Bewag, Ruhrgas, RWE, Veba und Gaz de France. Erstmals seit Jahren hatte sie im Jahr 2000 bei einem Umsatz von knapp einer Milliarde Mark wieder Gewinn gemacht.

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