Wirtschaft : Berliner IBM-Belegschaft fürchtet Stellenabbau

Betriebsrat spricht von Angst und Verunsicherung

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Berlin Die 1200 Berliner Mitarbeiter des Computerkonzerns IBM fürchten um ihre Jobs. „Die Belegschaft ist ängstlich und verunsichert“, sagte der Betriebsratschef der Berliner IBM-Deutschland-Niederlassung, Peter Müller, am Freitag dem Tagesspiegel. „Es ist noch nicht absehbar, wie viele Arbeitsplätze in Berlin verloren gehen werden.“

Die Belegschaft sei am Mittwochnachmittag von den überraschenden Plänen des US-Konzerns informiert worden, weltweit zusätzlich 10000 bis 13000 Stellen streichen zu wollen. 60 Prozent sollen nach Angaben von IBM-Finanzchef Mark Loughridge allein auf Europa entfallen. Bis zu 2500 Jobs sind nach Angaben der IG Metall in Deutschland betroffen. Insgesamt beschäftigt IBM hierzulande 25000 Menschen.

Bereits vor zwei Monaten hatte das Unternehmen angekündigt, bis September 580 Arbeitsplätze in Hannover und Schweinfurt zu streichen. Betroffen ist bislang die Sparte IBM Business Services GmbH. Das Servicegeschäft, das 60 Prozent des Deutschland-Umsatzes von IBM ausmacht, ist ins Stocken geraten und zwingt den Computerkonzern zum Handeln. Die jüngsten Pläne sehen nun offenbar auch einen zusätzlichen Stellenabbau in anderen Konzernbereichen vor.

„Das tut besonders weh und bereitet uns in Berlin große Bauchschmerzen“, sagte Betriebsratschef Müller. 130 der in der Hauptstadt beschäftigten IBM-Mitarbeiter gehören zur Service-Gesellschaft, 800 sind im Zentralbereich IBM Deutschland angestellt, der Rest entfällt auf Tochterfirmen. Schon in der Vergangenheit habe das Unternehmen Stellen ins kostengünstigere Osteuropa verlagert. „Diese Gefahr besteht auch jetzt“, sagte Peter Müller dem Tagesspiegel.

Auf betriebsbedingte Kündigungen will der Konzern allerdings verzichten. „Deutschland setzt auf das freiwillige Aufheben von Arbeitsverträgen“, sagte ein Firmensprecher am Freitag. mot

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