Wirtschaft : Berliner Köpfe: Aktiv für Ostdeutschland: Thomas A. Lange

Daniel Rhee-Piening

Ob er Berlin interessant findet, muss man Thomas A. Lange gar nicht fragen. Immerhin hat er erst kürzlich seinen Schreibtisch in Singapur mit dem Büro Unter den Linden getauscht. Er hat nicht lange überlegen müssen, als ihm die Deutsche Bank anbot, in die hiesige Geschäftleitung einzutreten, auch wenn er die Zeit in Asien nicht missen möchte. "Doch ich kannte Berlin schon ein wenig, und das ist doch die Stadt schlechthin in Kontinentaleuropa", sagt Lange. "Natürlich hat es mich auch gereizt, mich wieder aktiv für den Standort Ostdeutschland einzusetzen", meint der Banker. Als Mitglied der Geschäftsleitung der Region Ost der Deutschen Bank in Berlin ist er nun unter anderem für Mecklenburg-Vorpommern und Teile Brandenburgs zuständig. Und er wird auf bekannte Gesichter treffen. Immerhin war Lange von 1997 bis zum Jahr 2000 für drei Jahre Direktor der Deutsche-Bank-Filiale in Rostock. Und auch während seiner Zeit in Singapur hat er den Kontakt in die Hansestadt nie abreißen lassen. Als Honorarprofessor für Nationales und Internationales Bankmanagement hat er pro Semester eine Woche in Rostock gelesen. "Wir müssen den jungen Leuten doch eine Perspektive in den neuen Ländern bieten, damit sie nicht gehen", beschreibt er seine Ziele. Und eine solche Perspektive gibt es durchaus. "Natürlich ist Mecklenburg landwirtschaftlich geprägt", sagt Lange, "aber es gibt ebenso die Werften, und schließlich bieten wir als Bank auch für die Landwirtschaft beispielsweise die Absicherung gegen schlechte Winter mit Hilfe von Derivaten."

Geboren 1963 und in Oldenburg aufgewachsen, wollte er zu Abi-Zeiten in den Diplomatischen Dienst. Deshalb hat er Jura studiert. Während des Studiums, zunächst in Kiel, hat er dann an Wirtschaftsrecht Gefallen gefunden. Er wechselte an die London School of Economics, und es reifte der Entschluss, zur Deutschen Bank zu gehen. 1988 und 1992 hat er die 1. und 2. juristische Staatsprüfung abgelegt und währenddessen auch seine Promotion abgeschlossen. Danach begann er als Trainee bei der Deutschen Bank in Essen & Recklinghausen. Von 1994 bis 1997 war er Vorstandsassistent in Frankfurt (Main). In seine Frankfurter Zeit fiel die groß angelegte, wissenschaftliche Aufarbeitung der Geschichte der Deutschen Bank. Damals hat auch Lange das historische Archiv der Bank entdeckt - dies hatte Folgen. "Ich lese gerne Unternehmens- und Unternehmergeschichten." Doch Lange ist kein Stubenhocker. Zusammen mit seiner kleinen Tochter nimmt er an so mancher Blade Night im Tiergarten teil. Er ist begeisterter Inline-Skater.

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