Wirtschaft : Berliner Köpfe: Wärmen und Kühlen ist sein Geschäft

Daniel Rhee-Piening

Zu Rolf Delmas Kunden zählen neben Siemens auch ABB oder Schering. Besonders in Anlagen, die Siemens und ABB in Südamerika bauen, finden sich häufig Wärmetauscher der Delmas GmbH. Das Reinickendorfer Unternehmen entwickelt und projektiert Wärmetauscher und Kühlanlagen und lässt diese dann bei Partnerfirmen bauen. "Unser Umsatz liegt seit langem über zehn Millionen Mark im Jahr und unser Exportanteil ist hoch", erzählt Delmas. Wärmetauscher braucht die Industrie heute fast überall: "Da die Maschinen nie einen Wirkungsgrad von 100 Prozent erreichen können, bleibt Wärme übrig, und um die kümmern wir uns dann", sagt er. "Wir sind aber auch stark im Elektromaschinenbau und in der Verfahrenstechnik tätig."

Reinhard Delmas hat das Unternehmen erst 1989 zusammen mit seiner Frau gegründet. Inzwischen ist das Team auf 22 Personen gewachsen. Delmas vermeidet bewusst das Wort Mitarbeiter. "Ich bin nur der Moderator, das Unternehmen ist die Leistung von vielen", sagt er.

Delmas wurde 1938 in Hamburg geboren. Als Junge faszinierten ihn Flugzeuge. Deshalb zog es ihn - anders als den Vater - nicht zur See. Er wollte lieber Ingenieur werden. 1962 kam er nach Berlin und studierte an der Technischen Universität Flugzeugbau. Nachdem er gegen Ende des Studium bereits eine Familie gegründet hatte, nahm er 1966 einen Job bei der Hans Winthoff AG in Berlin an. Schon dieses Unternehmen stellte Wärmetauscher her. Was zunächst nur als Übergangslösung gedacht war, entwickelte sich zu einer Karriere. Bis 1973 brachte es Delmas zum technischen Leiter und Geschäftsführer. Dann wechselte er zur Firma "Arthur Dietz". Doch als Dietz von der GEA gekauft und mit deren Berliner Tochter fusioniert werden sollte, wagte Delmas den Schritt in die Selbstständigkeit.

Nach sovielen Jahren in Berlin ist Delmas innzwischen ein alter Hermsdorfer. Doch zu Hause ist einsamer geworden. Seine Frau verstarb vor zwei Jahren, und seine beiden Kinder leben im Ausland. Es bleibt der Hund "Felix", den Delmas scherzhaft als "Vizepräsidenten" vorstellt. Als Hamburger segelt Delmas und ist Mitglied im Tegeler Seglerclub (TSC). Aus Zeitmangel hat er aber seit Jahren kein eigenes Boot mehr. Mehr Zeit nimmt er sich für das Klavierspielen. "Aber ich gebe keine Konzerte", wehrt er ab, "ich fördere sie nur." Delmas hat sich bei der Banzendorfer Kulturscheune in der Nähe von Rheinsberg engagiert und unterstützt den Verein.

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