Wirtschaft : Berliner Schering AG: Neuer Chef Erlen bekräftigt Wachstumsziele

Der neue Vorstandsvorsitzende der Berliner Schering AG, Hubertus Erlen, will an den bisherigen Zielen des Pharmakonzerns festhalten. "Wir wollen im Jahr 2007 einen Umsatz von sieben Milliarden Euro erreichen und das Ergebnis pro Aktie weiterhin überdurchschnittlich steigern", sagte Erlen am Donnerstag auf der Hauptversammlung in Berlin. Der Umsatz lag im Jahr 2000 bei 4,5 Milliarden Euro, der Gewinn pro Aktie bei 1,70 Euro. Auch in Zukunft wolle der Konzern zweistellige Umsatz- und Gewinnsteigerungen erzielen, sagte Erlen, der am Donnerstag Giuseppe Vita an der Konzernspitze ablöste. Vita, der nach zwölf Jahren in den Aufsichtsrat wechselt, wurde von den rund 2000 Aktionären mit langem Beifall verabschiedet. Auch sonst sahen die Aktionäre wenig Anlass zu Kritik. "Schering hat ein hervorragendes Jahr hinter sich", sagte Malte Diesselhorst, Landesgeschäftsführer der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW). "Die Aktionäre können ausgesprochen zufrieden sein." Mit dem Abtritt von Vita gehe eine sehr erfolgreiche Ära zu Ende. Sein Nachfolger Erlen habe die schwierige Aufgabe, die hervorragenden Ergebnisse der Vergangenheit noch zu toppen.

Von dem neuen Konzernchef, der im Vorstand bislang für die USA zuständig war, wird erwartet, dass er das vergleichsweise schwache Amerika--Geschäft ausbaut. Im Zuge der Neuausrichtung wird der Geschäftsbereich Therapeutika ab Mai an den US-Standort in Montville/New Yersey verlagert. Neben dem weltweit größten Pharmamarkt USA sieht der 57-jährige Manager überdurchschnittliche Wachstumschancen in Europa und Japan.

In den USA ist im vergangenen Jahr das Patent für das Herzmedikament Betapace ausgelaufen. "Darunter leiden wir", sagte Vorstandsmitglied Lutz Lingnau, der seit Anfang Januar das US-Geschäft betreut. Sehr junge Produkte sollen nun einen Teil der Verluste kompensieren. Ein weiteres Problem kommt im Jahre 2003 auf Schering zu: Aufgrund einer Änderung der Wettbewerbsbedingungen wird dann der Schweizer Pharmakonzern Ares Serono in den USA ein drittes Konkurrenzprodukt für Betaferon auf den Markt bringen. Das Multiple Multiple-Sklerose-Mittel ist mit 593 Millionen Euro Umsatz im Jahr 2000 das umsatzstärkste Schering-Medikament. Vorstandsmitglied Ulrich Köstlin zeigte sich dennoch zuversichtlich. "Wir erwarten keine erdrutschartigen Bewegungen." Im Jahre 2003 rechnet Köstlin mit einem Betaferon-Umsatz von 750 bis 800 Millionen Euro, also weiterhin zweistelligen Zuwachsraten.

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