Wirtschaft : Berliner Solon ist der größte Kapitalvernichter

Schutzvereinigung präsentiert die Aktien, die seit 2006 am schlechtesten liefen

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Frankfurt am Main - Der Berliner Solaranbieter Solon ist nach Angaben der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) der größte Kapitalvernichter der vergangenen Jahre. „Solon hat es geschafft, das Kapital seiner Aktionäre fast vollständig zu pulverisieren“, sagte DSW-Hauptgeschäftsführer Ulrich Hocker am Donnerstag in Frankfurt. Wer vor fünf Jahren 1000 Euro auf die Solon-Aktie gesetzt habe, besitze heute davon gerade noch 90 Euro. „91 Prozent des Kapitals wurden vernichtet.“ Hocker zufolge ist dies nicht nur Folge eines beispiellosen Missmanagements, sondern einer blasenartigen Entwicklung bei Solarwerten. In der aktuellen Liste der 50 größten Kapitalvernichter finden sich mehr als ein halbes Dutzend Solaraktien.

Dazu gehören unter anderem Q-Cells, Conergy, die Bonner Solarworld oder die Freiburger Solar Fabrik. Rang Nummer zwei hinter Solon auf der Negativliste nimmt die in der Schweiz ansässige Corporate Equity Partners (CEP) ein.

Zu den schwarzen Schafen zählen aber auch renommierte Unternehmen wie etwa die Commerzbank, Heidelberger Druck oder die Deutsche Bank, die einen Kurs-Abschlag von 47,5 Prozent gegenüber 2006 verkraften musste. Ebenfalls auf der Liste: die Immobiliengesellschaft IVG, der Pay-TV-Sender Sky Deutschland, der Fernsehhersteller Loewe, die Baumarktkette Praktiker, der Spielzeughersteller Zapf Creation und der Erotik-Konzern Beate Uhse.

Nach Angaben der DSW muss es aber nicht bei der Notiz auf der Negativliste bleiben. Bestes Beispiel sei der Chiphersteller Infineon. Noch 2009 rangierte die Gesellschaft unter den ersten zehn, heute beeindrucke das Unternehmen durch positive Nachrichten. Rolf Obertreis

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