Wirtschaft : Berliner Sparkasse forciert ihren Umbau

Kleinere Firmenkunden müssen ihre Bankgeschäfte schon ab Ende September telefonisch erledigen / Auch Arbeitsplätze fallen weg

Bernd Hops

Berlin - Die Berliner Sparkasse baut ihr Firmenkundengeschäft schneller um als geplant. Schon Ende September sollen 24000 kleinere Kunden ihre üblichen Bankgeschäfte direkt telefonisch erledigen und nicht mehr in den Kundencentern. Eigentlich sollte die Umstellung auf die „Business Line“ erst Ende Oktober erfolgen.

Jörg Auermann, Generalbevollmächtigter der Landesbank Berlin für Firmenkunden, sagte dem Tagesspiegel, die bisherigen Erfahrungen seien gut. In den vergangenen Wochen, in denen bereits 14000 Kunden wie Kioskbesitzer oder kleine Handwerksfirmen umgestellt wurden, hätte „nur eine Hand voll“ der Sparkasse den Rücken gekehrt. Dafür seien 250 Neukunden gewonnen worden. Insgesamt erwartet Auermann durch den neuen Service einen Nettozuwachs von 1000 Kunden pro Jahr.

Der Umbau ist Teil der Restrukturierung der Bankgesellschaft Berlin, zu der die Sparkasse gehört. Dabei geht es darum, den Konzern auf die Region zu konzentrieren und profitabler zu machen. Auch hinter dem neuen Konzept für das Firmenkundengeschäft steht das Ziel einer höheren Effizienz. Von ehemals 25 Firmenkundencentern bleiben nach dem Umbau noch 13 Center übrig.

„Das ist eine erhebliche Kostenersparnis auf Dauer“, sagte Auermann. Für die Kunden liege der Vorteil darin, nicht mehr in die Filiale zu müssen, sondern alle Geschäfte per Telefon erledigen zu können.

Allerdings werden auch Arbeitsplätze wegfallen. Die genaue Zahl wollte Auermann nicht nennen. Einige Mitarbeiter würden auf andere Posten im Konzern wechseln. Und der Großteil – insgesamt 40 – werde von der Betreuung in den Firmenkundencentern zur Business Line gehen.

Dies sei auch wichtig, weil man kein Call-Center eingerichtet habe, sondern mit qualifiziertem Fachpersonal arbeite. Über eine spezielle Software sei sichergestellt, dass jeder Betreuer schnell auf die jeweiligen Kundendaten zugreifen könne. Hinter der Business Line werde außerdem eine „Service Line“ aufgebaut, die den Kundenbetreuern die reinen Verwaltungsaufgaben abnimmt.

Für 34000 Firmenkunden der Sparkasse werde sich aber nichts ändern, sagte der Generalbevollmächtigte. Unternehmen mit komplexeren Bedürfnissen würden weiter in den Centern betreut, Großkunden über die bestehenden Direktionen. Auch die Kompetenzcenter für Existenzgründer oder zur Beratung für das Auslandsgeschäft bleiben erhalten.

Der Streit um die Bezeichnung „Sparkasse“ ist von der Restrukturierung nicht betroffen. Das Bundesamt für Finanzdienstleistungsaufsicht möchte den Namen nur zulassen, wenn Gewinne im Unternehmen behalten oder gemeinnützig verwendet werden.

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