Wirtschaft : Berliner Tagesspiegel

Adtranz erhält Auftrag für BVG-StraßenbahnenBERLIN (kt).Das Rennen um den begehrten Auftrag für 30 Straßenbahnen der BVG hat Adtranz gegen Siemens gewonnen.Wie Adtranz-Sprecher Hans-Christian Maas am Montag mitteilte, entschied sich der Verkehrbetrieb für den "GT 6" von Adtranz, von dem die BVG bereits 120 Exemplare beschafft hat.Auf der Strecke blieb Siemens mit dem neu entwickelten "Combino", von dem Potsdam 48 Stück bestellt hat.Beide Angebote seien technisch gleichwertig gewesen, hieß es bei der BVG.Ausschlaggebend sei der günstigere Preis von Adtranz gewesen.Zur Höhe wollte sich niemand äußern.Bei den ersten Lieferungen hatte die BVG noch rund 3 Mill.DM pro Stück gezahlt.Die neuen Fahrzeuge sind in der Herstellung teurer als die bisher gelieferten, denn die BVG beschafft zum ersten Mal seit der Wende Zweirichtungswagen mit einem Fahrerstand an jedem Ende und Türen auf jeder Seite.Mit dem Auftrag kann Adtranz einen Teil der gefährdeten Arbeitsplätze in den Werken Pankow und Hennigsdorf sichern.Auch Siemens, das Straßenbahnen normalerweise im eigenen Düsseldorfer Duewag-Werk fabrizieren läßt, hatte angeboten, die Wagen für die BVG im Berliner Raum herstellen zu lassen.Nachdem Siemens den Bereich Verkehrstechnik nach Berlin umgesiedelt hatte, war der Konzern davon ausgegangen, auch bei Aufträgen aus der Region zum Zug zu kommen. Bis zu 30 Prozent weniger Fördermittel für Ifo-InstitutMÜNCHEN (rtr).Bayerns Wirtschaftsminister Otto Wiesheu sieht Kürzungen der Bund-Länder-Kommission bei der Förderung des Ifo-Instituts.Die Münchener Forscher müßten damit rechnen, daß 20 bis 30, aber eher über 25 Prozent der staatlichen Zuwendungen gekürzt würden, sagte Wiesheu am Montag auf der Ifo-Mitgliederversammlung in München.Er hoffe, daß bei der notwendigen Umstrukturierung keine betriebsbedingten Kündigungen notwendig seien.Zudem müsse das Institut in Zukunft noch stärker mit den Universitäten kooperieren.Allerdings dürfe das Ifo nicht die gleiche Methodenforschung wie die Hochschulen betreiben.Sonst könnte das Ifo gleich aufgelöst werden.Wiesheu kritiserte, daß die jetzige Evaluierung, die zur Herabstufung des Ifo-Institutes geführt habe, bereits eineinhalb Jahre alt und damit veraltet sei.Deshalb dränge man auf eine möglichst schnelle neue Bewertung des Ifo-Instituts.Wiesheu sagte weiter, die Praxisnähe der Forschungsberichte und die Politikberatung des Ifo sei unverzichtbar.Die wissenschaftliche Hochschulforschung sei in vielen Bereichen in der Praxis nicht anwendbar.Er habe den Eindruck, daß sich manche Universität eher mit Methoden als mit der Erzielung tragfähiger Ergebnisse beschäftige.Das Ifo erhält 15 Mill.DM Staatsförderung.Das ist rund die Hälfte des Gesamtetats des Instituts. Zum Teil zweistelliger Rückgang im Berliner HandelBERLIN (ADN).Auch im November hat sich der Umsatzrückgang im Berliner Einzelhandel fortgesetzt.Die Umsätze gingen im Vergleich zum Vorjahresmonat nominal um 7,8 Prozent und real um 8,4 Prozent zurück, wie das Statistische Landesamt am Montag mitteilte.Arbeitstäglich bereinigt ergibt sich ein Verlust von nominal vier und real 4,6 Prozent je Verkaufstag, teilte das Landesamt mit.Differenziert nach Handelsarten und Warengruppen ergibt sich folgendes Bild für die Berliner Branche: Zweistellige Umsatzeinbußen mußten der Facheinzelhandel mit Nahrungsmitteln, Getränken und Tabakwaren (minus 18,8 Prozent), der Einzelhandel außerhalb von Verkaufsräumen (minus 12,5 Prozent), die Waren- und Kaufhäuser (minus 11,8 Prozent) und der Bereich Heimelektronik (minus 10,8 Prozent) verkraften. Die geringsten Umsatzeinbußen mit jeweils minus 2,3 Prozent gab es im Bereich Apotheken/Orthopädie/Drogeriemärkte/Kosmetik sowie im Bereich Bau- und Heimwerkermärkte.Die Zahl der Beschäftigten im Berliner Einzelhandel insgesamt wurde weiter abgebaut.Sie lag im November um vier Prozent unter dem Vorjahresstand.Betroffen waren ausschließlich Vollzeitbeschäftigte, deren Zahl sogar um 7,2 Prozent zurückging.Dagegen erhöhte sich die Zahl der Teilzeitkräfte im Berliner Handel um rund ein Prozent. Van Miert kritisiert BundesländerBRÜSSEL (rtr).Der Wettbewerbskommissar der EU, Karel van Miert, hat die Beihilfepolitik der Bundesländer in scharfer Form gerügt.In einem Interview mit Reuters sagte van Miert am Montag in Brüssel, die Länder hätten in einigen Fällen offenbar versucht, Beihilfe-Zahlungen vor der EU-Kommission zu verbergen."Wir sind wirklich besorgt, weil dies sehr wohl dazu führen kann, daß andere sich von diesem Beispiel anstecken lassen", sagte van Miert.Während die Bundesregierung mit der EU kooperiere, gebe es bei den Ländern ein echtes Problem."Die Anzahl der nicht-notifizierten Fälle hat erheblich zugenommen, und das ist sehr besorgniserregend", sagte van Miert.Das spektakulärste Beispiel war der Fall VW/Sachsen.Ein weiteres Beispiel ist die Gewährung eines Investitionszuschusses für die Leuna-Raffinerie in Sachsen-Anhalt: Hier entschied die EU-Kommission, daß die deutschen Behörden das gezahlte Geld vom französischen Konzern Elf Aquitaine zurückfordern müssen.Van Miert sagte auch, die BvS habe angekündigt, in den nächsten Tagen einen weiteren Beihilfe-Fall im Zusammenhang mit Elf Aquitaine in Brüssel anzumelden.Dabei gehe es um den Vergleich über eine Beteiligung an der Leuna-Raffinerie, den die BVS mit Elf geschlossen hatte.Nach Presse-Berichten wollen die deutschen Behörden Elf bis zu 360 Mill.DM zahlen. Telekom darf Preise zum 1.März senkenBONN /DAVOS (AFP).Die Deutsche Telekom kann ihre Preise wie geplant zum 1.März senken.Die Regulierungsbehörde für Post und Telekommunikation habe die neuen Tarife genehmigt, teilte die Telekom am Montag in Bonn mit.Damit würden die Kunden der Telekom um rund zwei Mrd.DM entlastet.Günstiger telefonieren können Telekom-Kunden mit den neuen Tarifen künftig vor allem im Fernbereich.Auch Auslandsgespräche sowie Verbindungen zum Mobilfunknetz der Telekom sollen billiger werden.Telekom-Chef Ron Sommer wies unterdessen Spekulationen über eine mögliche Ablösung von seinem Posten zurück.Im Fernbereich legt die Telekom ihre bisherigen Tarifzonen "Fern" und "Region 200" (Gespräche über eine Distanz zwischen 50 und 200 Kilometer) zusammen und bietet zusätzlich in diesem Bereich günstige Angebote an Wochenenden.Außerdem sollen bei Ferngesprächen Telefonate von einer Dauer über zehn Minuten durch Sonderrabatte um zehn bis 30 Prozent billiger werden.Auch Auslandstarife sowie Verbindungen zum Mobilfunknetz der Telekom sollen billiger werden.Die Telekom reagiert mit diesen neuen Preisen auf den seit 1.Januar geltenden Wettbewerb auf dem deutschen Telefonmarkt.Die Konkurrenten bieten vor allem Ferngespräche an und machen mit günstigeren Tarifen Telekom-Kunden abspenstig.

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