Wirtschaft : Berliner Telekomfirma ICG plant den Börsengang

Von SAP mit Softwarepreis im Wert von 1 Million ausgezeichnet BERLIN (dw).Das Berliner Kommunikationsunternehmen ICG startet durch: Bis zum Jahr 2001 wollen die Geschäftsführer Christian Kleinsorge und Werner Poerschke den Umsatz des Hightech-Unternehmens auf gut 100 Mill.DM vervierfachen.Noch im Mai diesen Jahres wird das Unternehmen in eine Aktiengesellschaft umgewandelt.Ziel ist die Notierung am Neuen Markt der Frankfurter Börse spätestens im Jahre 2000.Der Höhenflug der sich unter anderem auf Internet-Telefonie spezialisierenden Firma erhielt am Montag vom Partnerunternehmen SAP zusätzlichen Schub: Das größte deutsche Softwarehaus holte die Berliner im bundesweiten Wettbewerb "Höherer Unternehmens-IQ" in die Siegergruppe: Damit wird ICG komplett mit der betriebswirtschaftlichen Systemsoftware R/3 im Wert von 500 000 DM ausgerüstet.Zusammen mit Hardware, Implementierung und Training beträgt der Gesamtwert des Gewinns eine Mill.DM.Beim SAP-Wettbewerb hatten sich bundesweit rund 1500 Unternehmen beworben.Unter den zehn Siegern ist die ICG das einzige Telekom-Unternehmen. Mit Umsatzsteigerungen von mindestens 50 Prozent pro Jahr nimmt die Walterdorfer ICG mit ihren rund 100 Mitarbeitern an der Goldgräberstimmung in der Telekommunikation teil.Die 1991 als Handelstochter des Schweizer IT-Konzerns Reichl & de Masari gegründete ICG entwickelte sich rasch vom reinen Distributor zum Systemanbieter.Die Telefongesellschaft Viag Intercom etwa läßt in München mehrere tausend Konzernarbeitsplätze von der ICG vernetzen.Inzwischen hat die ICG eine Tochter in der Ukraine gegründet und sich am amerikanischen Start-up-Unternehmen "Internet Telephony Group" (New York) mit 50 Prozent beteiligt.Für weitere Akquisitionen und Beteiligungen sind in diesem Jahr 1,5 Mill.DM vorgesehen.Um das rasche Wachstum zu unterstützen, hat sich die LBB Beteiligungsgesellschaft, eine Tochter der Landesbank Berlin, zu 30 Prozent an der ICG beteiligt. Bei dem rasanten Wachstum macht sich die ICG eine Not der Telekommunikations-Branche zur Tugend: Den Mangel an hochqualifizierten Nachwuchskräften.Da Telefon-Konzerne schlank bleiben wollen und sich eigene Kompetenz nur zu hohen Kosten selbst schaffen können, werden externe Komplettanbieter mit hochqualifiziertem Personal wie die ICG zum natürlichen Ansprechpartner.Qualifikation und Motivation der Mitarbeiter stehen bei der ICG daher auch ganz oben auf der Prioritätenliste.So soll noch in diesem Jahr für 500 000 DM ein Trainingszentrum in Waltersdorf entstehen.Alle Beschäftigten sollen zudem in der künftigen AG über Mitarbeiteraktien direkt am Unternehmenserfolg beteiligt werden.Die Herausforderungen an das Personal sind entsprechend hoch: Die bundesweit verteilten Service-Einheiten sollen etwa Reparatur-Anfragen von Kunden in längstens acht Stunden ausgeführt haben.Im kommenden Jahr soll es bereits eine Zwei-Stunden-Garantie geben.Mit den Kommunikationslösungen - wie etwa der Internet-Telefonie - habe man die 1000 größten Unternehmen der innovativsten Branchen im Visier: Krankenhäuser sollen ebenso mit ICG-Systemen kommunizieren, wie Banken, Versicherungen oder Medien-Unternehmen, betonte der Geschäftsführende Gesellschafter Christian Kleinsorge.Eine Vision, die mit dem Börsengang im Jahre 2000 Wirklichkeit werden könnte, wie sein Partner Werner Poerschke ergänzte: "Es ist nicht ausgeschlossen, daß wir uns dann auch zu einer Telefongesellschaft entwickeln."

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