Wirtschaft : Berliner Volksbank gegen Hilfspaket für die Bankgesellschaft

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Die Berliner Volksbank verstärkt offenbar ihre Bemühungen, aus dem Konzern der Bankgesellschaft Berlin die Berliner Bank herauskaufen zu können. So ist die die Genossenschaftsbank nun in Brüssel vorstellig geworden. In einem Brief an den EU-Wettbewerbskommissar Mario Monti, wendet sich der Vorstandsvorsitzende der Volksbank, Karl Kauermann, gegen die vorbehaltlose Genehmigung der geplanten Beihilfe für die Bankgesellschaft durch das Land Berlin. Kauermann warnt vor den Folgen für den Wettbewerb am Standort Berlin. Auf einer Versammlung der Regionaldirektoren der Berliner Volksbank wurde der Vorstand breits deutlich: "Wenn jetzt Steuergelder eingesetzt würden, um den Wettbewerb zwischen öffentlich-rechtlicher Bank und privat-rechtlicher Volksbank zu schüren, dann sei das ein Fall für Brüssel." Die Bankgesellschaft wolle künftig als starke Regionalbank agieren und damit genau auf den Geschäftsfeldern tätig sein, auf denen die Genossenschaftsbank zu Hause sei, hieß es. Offenbar fürchtet man bei der Berliner Volksbank aber auch, an die Wand gedrückt zu werden, wie es aus dem Unternehmen hieß. Die Berliner Volksbank mit derzeit rund 3000 Mitarbeitern und 140 Filialen und 400 000 Kunden würde durch eine Übernahme der Berliner Bank ihre Kundenzahl um rechnerisch 450 000 Kunden erhöhen. Die Genossenschaftbank hat dem Vernehmen nach 450 bis 500 Millionen Euro für die Berliner Bank geboten und zugesagt, alle rund 750 Mitarbeiter und alle derzeit 82 Filialen der Berliner Bank zu übernehmen.

Der Vorstandsvorsitzende der Bankgesellschaft Vetter hatte das Angebot postwendend abgelehnt. Berlins Finanzsenator Thilo Sarrazin (SPD) sagte bisher nur eine Prüfung zu.

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