Wirtschaft : Berliner Volksbank: Prozess gegen den Ex-Chef im November

Der ehemalige Vorstandschef der Berliner Volksbank, Ulrich Misgeld, muss sich ab dem 14. November vor dem Berliner Landgericht wegen Betrugs und Untreue verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Manager Betrug und Untreue im Zusammenhang mit zwei geschlossenen Immobilienfonds vor. Der Schaden wird auf etwa 130 Millionen Mark beziffert. Neben Misgeld müssen sich nach Angaben der Justiz vom Donnerstag drei weitere Bank-Manager sowie zwei Mitarbeiter der Bauträgergruppe Euwo verantworten.

Den sechs Angeschuldigten wird gemeinschaftlicher Betrug an Anlegern in insgesamt 655 Fällen zur Last gelegt. Den Bank-Managern wird zudem Untreue zum Nachteil der Volksbank vorgeworfen. Bei zwei geschlossenen Euwo-Immobilienfonds sollen sie Anlegern zwischen 1993 und 1995 ohne eine ausreichende Grundlage Miet-, Fertigstellungs- und Festpreisgarantien versprochen haben. Die beiden Fondsprojekte wurden aus Sicht der Staatsanwaltschaft aufgelegt, obwohl die Unternehmensgruppe bereits überschuldet war. In Kenntnis diese Umstandes hätten die Manager des Geldinstitutes der Euwo-Gruppe immer neue Kredite gewährt.

Zusammen mit Misgeld müssen sich nach Auskunft der Justiz die ehemaligen Volksbank-Vorstände Heinz-Dieter Prüske und Wolfhart Vogl verantworten. Das Verfahren gegen den ebenfalls beschuldigten früheren Chef der Euwo-Bauträgergruppe, Peter Schiansky, sei abgetrennt worden, sagte die Sprecherin. Gegen ihn werde gesondert verhandelt. Für den Prozess gegen die sechs Manager hat das Gericht 21 Verhandlungstage bis zum 30. Januar 2001 terminiert.

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