Wirtschaft : Berliner werben in Silicon Valley für sich

DANIEL RHEE-PIENING

Multimedia-Messe Siggraph in Los Angeles als Sprungbrett für weitere AquisitionenVON DANIEL RHEE-PIENING

BERLIN.Werbung für den Wissenschafts- und Technologiestandort Berlin betreibt gegenwärtig eine Gruppe bestehend aus Wirtschaftsstaatssekretär Wolfgang Branoner sowie Hans Estermann, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Berlin GmbH, mit drei Kollegen.Anlaß ist die US-Top-Messe Siggraph, die in Los Angeles stattfindet und auf der Berlin seinen Ruf als Kreativitätsschmiede Europas festigen will. Die neuerliche Reise steht in einer ganzen Reihe von Reisen der Wirtschaftsverwaltung in die USA.Senator Elmar Pieroth flog bereits im Dezember des vergangenen und im Mai dieses Jahres in die USA.Im Herbst 1996 besuchte er unter anderem Philip Morris, Eastman-Kodak und Gilette.Auf dem Programm standen aber auch ein Besuch bei verschiedenen Reiseveranstaltern sowie eine Rede vor der deutsch-amerikanischen Außenhandelskammer in New York.Im Mai besuchte Pieroth erneut die Ostküste der USA, und es wurde unter anderem eine Wirtschaftsallianz mit Boston verabredet.Die Berliner wollen Boston den Weg zu den osteuropäischen Staaten öffnen und hoffen umgekehrt auf die Stadt als Tor nach Amerika. Nach Ansicht von Pieroth muß die Werbung für den Wirtschaftsstandort Berlin stärker bei den amerikanischen Unternehmen vor Ort stattfinden.Bisher war die Bilanz erfolgreich.Philip Morris etwa sagte zu, in seinem Werk in Neukölln insgesamt 310 Mill.DM bis einschließlich 1999 zu investieren, und auch die US-Firma Colt will an die Spree kommen und etwa 100 Mill.DM investieren.Eine weitere Investition von 290 Mill.DM sei geplant, der Investor könne aber derzeit noch nicht genannt werden, so der Sprecher der Wirtschaftsverwaltung, Michael Wehran, am Dienstag auf Anfrage. Diesmal stehen auf der 4tägigen Reise insgesamt 18 Besuche bei Unternehmen der Medien-, Software- und Telekommunikationsbranche entlang der amerikanischen Westküste auf dem Berliner Programm.Außerdem ist ein Empfang in der Multimedia-Hochburg Palo Alto geplant.Dabei soll den Amerikanern vermittelt werden, daß der Umsatz im Berliner Software-Bereich allein in den vergangenen Jahren bei 2,2 Mrd.DM lag.Beschäftigt werden in dieser Branche in der Stadt rund 14 000 Menschen.Auf der Messe sind von der Spree unter anderem die Firmen art + com, cybermind, echtzeit, pixelpark, mental images, archimation und artmedia vertreten.Sie wollen nicht nur verkaufen, sondern hoffen auch, auf Kooperationspartner zu treffen.

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