Wirtschaft : Berliner Wirtschaft erholt sich Wirtschaftssenator warnt aber vor Risiken

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Berlin - Die Berliner Wirtschaft erholt sich langsam wieder. Das zeigt der Konjunkturbericht für das erste Quartal des Jahres. Wirtschaftssenator Harald Wolf (Linke) sprach am Freitag von einer „schrittweisen Konsolidierung“, warnte aber zugleich vor Risiken.

Die Bauaufträge lagen von Januar bis März über dem Stand des Vorjahres. Weil mehr Touristen nach Berlin kamen, sind auch die Umsätze im Gastgewerbe und Einzelhandel leicht gestiegen. In der Industrie sei das Auftragsniveau des letzten Jahres hingegen noch nicht wieder erreicht worden, sagte Wolf. Zudem bestünden noch „erhebliche Risiken im Finanzmarkt, die im Jahresverlauf auf den Konsum durchschlagen könnten“. Eine Wachstumsprognose für Berlin von real etwa einem Prozent im Jahr 2010 halte er daher für angemessen. Bundesweit ergebe sich infolge des stärkeren Einbruchs in der Wirtschaftskrise insbesondere in der Industrie nun ein „größeres Aufwärtspotenzial“.

Dem Bericht zufolge kamen von Januar bis März 14 Prozent mehr Gäste nach Berlin als im Jahr zuvor. Im Beherbungsgewerbe sind die preisbereinigten Umsätze um 4,8 Prozent gestiegen. Auch der Einzelhandel profitierte leicht. Die Aufträge für das Berliner Bauhauptgewerbe (Betriebe mit 20 und mehr Beschäftigten) haben sich im ersten Vierteljahr trotz der kalten Witterung gegenüber dem Vorjahreszeitraum mehr als verdoppelt. Neben dem zweiten Konjunkturpaket wirkten sich hier mehrere größere Bauvorhaben positiv aus, heißt es in dem Bericht.

Die Bestellungen für die Berliner Industrie bewegen sich hingegen noch etwa auf dem Vorjahresniveau. Wolf appellierte an die Unternehmen, von staatlichen Fördermöglichkeiten Gebrauch zu machen. Arno Hager, Chef der Berliner IG Metall, geht davon aus, dass die Berliner Industrie langfristig wieder zulegen wird. „In einzelnen Bereichen des Maschinenbaus ist es immer noch sehr schwierig“, sagte Hager, in der Automobilindustrie habe die Auftragslage aber schon wieder angezogen. Auch die Lage auf dem Arbeitsmarkt wird sich Hagers Ansicht nach wieder verbessern, wenn sich die Umsätze der Industrie wieder stabilisieren. Anders als in anderen Bundesländern könnten in Berlin auch bald wieder neue Jobs geschaffen werden. „Berlin war nicht die Stadt mit den meisten Kurzarbeitern, darum wird der Beschäftigungsaufbau hier schneller stattfinden“, sagte Hager.

Auch der Wirtschaftssenator sieht die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt positiv: „Seit März wird in Berlin die Arbeitslosenzahl des Vorjahres unterschritten.“ Auch die Entwicklung der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung stimme ihn zuversichtlich. Im März gab es in Berlin 1,3 Prozent mehr sozialversicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse als ein Jahr zuvor. Dies war dem Bericht zufolge sogar der höchste Zuwachs aller Bundesländer. Miriam Schröder

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