Wirtschaft : Berliner Wirtschaft fordert von der neuen Regierung Reformen

In der Berliner Wirtschaft ist das Ergebnis der Bundestagswahl zurückhaltend aufgenommen worden.Otis-Geschäftsführer Jürgen Reuning warnte vor einer Rücknahme der Reformen, wie sie die SPD etwa für die Lohnfortzahlung angekündigt hatte.Reunig zufolge habe der Aufzughersteller in den vergangenen Jahren bei seiner US-Mutter "kein Verständnis für neue Investitionen gefunden", da die Steuer- und Abgabenlast in Deutschland zu hoch sei.

"Wir erwarten von der Bundesregierung eine stärkere Berücksichtigung mittelständischer Interessen", erklärte der Hauptgeschäftsführer der Fachgemeinschaft Bau Berlin und Brandenburg, Wolf Burkhard Wenkel.Dazu gehöre vor allem, daß neben der Lohnfortzahlung auch die Abschaffung der Vermögens- und Gewerbekapitalsteuer sowie die Veränderungen beim Kündigungsschutzgesetz nicht rückgängig gemacht würden.Sobald sich der Bundestag konstituiert hat, will sich die Fachgemeinschaft an die Abgeordneten wenden, um Maßnahmen zu erörtern, "damit die regionale Bauwirtschaft eine Zukunftsperspektive bekommt".IHK-Präsident Werner Gegenbauer (Foto: promo) verbindet mit dem Wahlausgang die "große Hoffnung", daß die geplanten, aber nicht verwirklichten Reformen nun "zügig auf die Schiene gebracht werden".Steuer- und Abgabenlast sowie Staatsausgaben müßten spürbar reduziert werden.Mit Blick auf die große Koalition in Berlin sei zu hoffen, daß das Regierungsbündnis bis zum Herbst nächsten Jahres halte."Berlin braucht Kontinuität", so Gegenbauer.

"Wohin die Reise geht, werden wir an den 620-Mark-Jobs erkennen", erklärte Peter Dussmann, Chef der gleichnahmigen Dienstleistungsgruppe.Setzten sich "die Falschen" in der neuen Regierung durch, habe dies "verheerende Auswirkungen auf die Arbeitsplätze".Für den designierten Wirtschaftsminister Stollmann seien Unternehmer die "Avantgarde der Nation", sie gelte es zu fördern."Ich freue mich auf den Ruck, der durch das Land gehen soll", so Dussmann.

Hans Estermann, Chef der Berliner Wirtschaftsförderung, erwartet "keine direkten Auswirkungen" einer rot-grünen Regierung auf die Akquisition im Ausland.Es sei "nicht so wichtig, welche Farbe die Regierung hat"; ausländische Investoren interessierten sich für Zahlen.Schering-Chef Guiseppe Vita erklärte, die Regierung müsse das Problem der Finanzierung der Gesetzlichen Krankenversicherung lösen.Ziel müsse es sein "eine neue Balance zu finden zwischen dem Anspruch des Einzelnen auf Hilfe und dem Schutz der Solidargemeinschaft vor einer Überforderung".Erich Gerard, Vertreter der Siemens AG in Berlin, hofft, daß sich ein Wirtschaftsminister Stollmann "mit seinen Ideen durchsetzt gegen die zu erwartenden Blockaden durch die Grünen und Teilen der SPD".Es werde "die Kunst Gerhard Schröders" sein, die Positionen in Einklang zu bringen.

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