Wirtschaft : Berliner Wirtschaft: Neuer Schwung

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Führende Repräsentanten der Berliner Wirtschaft blicken optimistisch in die wirtschaftliche Zukunft der Stadt. Infolge des Regierungsumzugs sei neuer Schwung zu bemerken: Neue Kontakte, neue Käuferschichten und wachsende Touristenzahlen belebten die Geschäftstätigkeit. Das ist Ergebnis der aktuellen Manager-Umfrage "Berlin Future" unter Vertretern von Unternehmen, Wissenschaft und Verwaltung, die der Tagesspiegel und das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) zwei Mal im Jahr durchführen.

Die überwiegende Mehrheit der Befragten erwartet in den nächsten zwölf Monaten eine deutliche Verbesserung der wirtschaftlichen Lage. Als wichtigster Grund dafür wird der Regierungsumzug angegeben. Ausgesprochen schlecht schneidet in der Umfrage die Politik ab. Immerhin die Hälfte der Befragten glaubt, dass sie keinen Einfluss auf die wirtschaftliche Entwicklung ausübt.

Das Thema Flughafen ist für die Interviewten Grund zum Ärger. Fast alle beklagen den Mangel an internationalen Direktverbindungen und sind der Meinung, dass Geschäftskontakte dadurch erschwert oder Unternehmensansiedlungen sogar verhindert wurden.

Ein weiterer Dauerbrenner, die Fusion mit Brandenburg, wird von der Mehrheit der Befragten als "vordringlich" bezeichnet. Die bevorstehende Aufnahme der östlichen Nachbarländer in die EU werten die meisten als Chance für die Stadt und die Region - trotz einer erwarteten schärferen Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt und wachsenden sozialen Spannungen.

Im Vergleich zu anderen Wirtschaftszentren in Deutschland sehen die Wirtschaftsrepräsentanten Berlin gut im Rennen. Die Mehrzahl erwartet für die Stadt eine gleichrangige oder sogar bessere Entwicklung als in Städten wie Hamburg, Stuttgart oder München. Einen Vorsprung Berlins gegenüber allen Regionen sehen sie auf dem Gebiet der Neuen Medien, dicht gefolgt von der Informations- und Kommunikationstechnik, vor allem aber in der Medizin und der Biotechnologie.

Diese positive Einschätzung des Wirtschaftszentrums Berlin teilt grundsätzlich auch das DIW. "Wir gehen davon aus, dass sich die Wirtschaft Berlins jetzt von der jahrelangen Stagnationsphase löst", heißt es. Beim Vergleich mit anderen Regionen ist das Berliner Institut dagegen nicht ganz so optimistisch: "Es steht zu befürchten, dass Berlin auch im kommenden Jahr eher im unteren Bereich des Wachstumspfades der Bundesländer angesiedelt ist", schreiben die Wissenschaftler.

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