Wirtschaft : Berliner Wirtschaft tritt auf der Stelle

BERLIN (alf).Die Berliner Wirtschaft kommt nur langsam in Schwung.Im kommenden Jahr rechnet die Senatsverwaltung für Wirtschaft mit einem Wachstum um 0,5 bis ein Prozent, für Deutschland insgesamt werden zwei Prozent erwartet.Dabei sinkt die Beschäftigung in der Hauptstadt weiter, und zwar voraussichtlich um 10 000 bis 15 000, schreibt die Wirtschaftsverwaltung in ihrem am Montag vorgelegten Bericht über die wirtschaftliche Lage.Zum Jahreswechsel 1999/2000 "könnte der Beschäftigungsrückgang insgesamt allmählich zum Ende kommen".Unter der Voraussetzung des weiteren hohen Einsatzes arbeitsmarktpolitischer Instrumente könnte die Arbeitslosenzahl in Berlin dennoch bereits 1999 "schätzungsweise um etwa 3000 auf annähernd 270 000" sinken.Das wäre der erste Rückgang in der Arbeitslosenstatistik seit sechs Jahren.Die Arbeitslosenquote könnte entsprechend ganz leicht auf knapp 16 Prozent fallen.In der Bundesrepublik insgesamt wird eine Quote von 10,5 Prozent erwartet.Nach den jüngsten Arbeitslosenstatistiken für November lag Berlin im Kreis der 16 Bundesländer auf dem 13.Platz.Eine höhere Arbeitslosenquote gibt es gegenwärtig nur in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen.

Im ablaufenden Jahr waren rund 1,41 Millionen Berlinerinnen und Berliner erwerbstätig, gut 30 000 weniger als im Vorjahr.Mit Ausnahme des Dienstleistungssektors gab es weniger Erwerbstätige in sämtlichen größen Wirtschaftsbereichen, insbesondere in der Industrie und der Bauwirtschaft.Während sich auf dem Bau der Arbeitsstellenabbau beschleunigte, scheint in der Industrie das Schlimmste überstanden zu sein.In den Berliner Betrieben mit 20 und mehr Beschäftigten gab es zwar einen Rückgang um 6000 auf nunmehr 118 000 Industriejobs.Im Jahr zuvor waren indes noch 10 000 Industriestellen weggefallen.

Der Handel ist noch nicht auf der Talsohle angekommen."Die Einzelhandelsumsätze erreichten auch 1998 nicht den Vorjahreswert", heißt es im Wirtschaftsbericht.Als Ursache werden neben dem Beschäftigungsrückgang und der "verhaltenen Einkommensentwicklung" auch die "ausgedehnten Einkaufsmöglichkeiten im Umland" genannt.Einigermaßen positiv stellte sich 1998 die Gründerszene dar.Schätzungsweise gab es per Saldo, also nach Abzug der Abmeldungen, 3500 Gewerbeanmeldungen (Vorjahr: 4500).Die Pendlerbewegung zwischen den Ländern Berlin und Brandenburg habe weiter zugenommen.Allerdings stammt das aktuellste statistische Material aus dem Jahr 1997.Danach haben damals 108 000 Brandenburger in Berlin gearbeitet, umgekehrt fuhren rund 51 000 Berliner zur Arbeit nach Brandenburg; knapp die Hälfte davon nach Potsdam.

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