Berliner Versand-Apotheke : Heilende Post aus Hohenschönhausen

Ein Berliner Unternehmen hat sich auf den Weg gemacht als Versandapotheke von der Öffnung des Marktes zu profitieren. Nach einem Jahr sind bereits mehr als 40 Arbeitsplätze in Hohenschönhausen entstanden.

Markus Mechnich
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Medikamente aus Hohenschönhausen.Foto: Promo

BerlinIn einem unscheinbaren Backsteingebäude in Hohenschönhausen deuten nicht viele Schilder auf Berlins einzige Versand-Apotheke hin. Von außen sieht man nur den Schriftzug Aponeo.de über den Fenstern im Erdgeschoss. Dennoch wächst hier ein viel versprechendes Berliner Unternehmen heran. Nicht unbedingt der Regelfall in diesem Stadtteil.

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Die Versandstraße von Aponeo.Foto: Promo

Während Deutschland über die Zulassung von Apotheken wie DocMorris diskutiert wird sind bei Aponeo Nägel mit Köpfen gemacht worden. Apotheker und Unternehmer Konstantin Primbas startete vor einem Jahr mit wenig Geld und viel Enthusiasmus seine Firma. Von den Banken waren kaum Kredite zu bekommen und der Standort Berlin schien auch nicht optimal. "Aber ich lebe hier und will deshalb auch in Berlin was aufbauen", sagt der Vater von drei Söhnen.

Wichtig für eine Versandapotheke ist die gute und fachkompetente Beratung. Deshalb sitzen in dem zugehörigen Call-Center auch ausschließlich ausgebildete Pharmazeuten an den Telefonen. In sieben Sprachen können die Mitarbeiter die Kunden beraten. Das Call-Center ist auch der am schnellsten wachsende Bereich des Unternehmens. Als zusätzlichen Service sollen bald alle Beipackzettel der Medikamente auf der Homepage verfügbar sein.

Die Verpackungsstraße ist das Herzstück

Wenn der gelernte Apotheker Primbas über seine Verpackungsstraße spricht wird er fast euphorisch. Und was in den Hallen in der Plauener Straße zu sehen ist, kann durchaus beeindrucken. Ein Computer holt selbstständig aus einem Schrank die gängigsten Medikamente heraus und stellt automatisch die Bestellung zusammen. Dennoch müssen einige der weniger gängigen Artikel per Hand zugefügt werden. Direkt dahinter am Band steht eine Mitarbeiterin, die den Code der Waren scannt und so kontrolliert, das nichts fehlt oder falsch beigefügt wurde. Beim Versand von Arzneimittel ist doppelte Sicherheit erstes Gebot. Selbst eventuelle Wechselwirkungen der Medikamente untereinander wird von einer gelernten pharmazeutisch-technischen Assistentin geprüft.

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Die Bestellungen werden überprüft und zusätzliche Arzneimittel beigefügt.Foto: Promo

Mit einem anvisiertem Jahresumsatz von 12 bis 15 Millionen Euro blickt Inhaber Primbas optimistisch in die Zukunft. Das Unternehmen ist organisch gewachsen und steht auf gesunden Füßen. Ob es sich gegen die starke Konkurrenz mit viel Geld im Rücken langfristig durchsetzen kann, ist dennoch ungewiss. Wird der Apotheken-Markt erst mal geöffnet wird es schwer werden sich gegen die riesige Marketing-Budgets der Konkurrenten durchzusetzen.

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