Berliner Wirtschaft : Mehr Wachstum und Beschäftigung

Der Wirtschaftssenator erklärt, die Konjunktur in Berlin laufe rund. Er rechnet mit 1,7 Prozent Wachstum.

Yasmin El-Sharif
Wolf
Optimistisch: Wirtschaftssenator Harald Wolf im Wissenschafts- und Technologiepark Berlin-Adlershof. -Foto: dpa

Berlin - Die Berliner Wirtschaft wird in diesem Jahr kräftig wachsen und dafür sorgen, dass sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt verbessert. Diese Prognose gaben am Montag Wirtschaftssenator Harald Wolf und Arbeitssenatorin Heidi Knake-Werner (beide Die Linke) ab. „Die Konjunktur in Berlin läuft momentan sehr rund. Die Auftragsbücher der Industrie sind gut gefüllt“, erklärte Wolf bei der Vorstellung des Wirtschafts- und Arbeitsmarktberichts 2007. Das Bruttoinlandsprodukt werde in diesem Jahr um etwa 1,7 Prozent zulegen.

Anders als die Investitionsbank Berlin (IBB), die kürzlich ihre Wachstumsprognose für die Hauptstadt auf 2,5 Prozent angehoben hatte, wollte Wolf keine Korrektur dieses Wertes vornehmen. „Die optimistische Prognose der IBB mache ich mir ausdrücklich nicht zu eigen“, sagte Wolf. Es bleibe zunächst abzuwarten, ob die Erhöhung der Mehrwertsteuer weiter nachwirke. „Wenn aber alles so gut läuft wie bisher, sind die 2,5 Prozent möglich.“

Wolf erklärte, dass Berlin bereits im vergangenen Jahr vom Aufschwung profitiert habe. „Mit einem Bruttoinlandsprodukt von 1,9 Prozent hatten wir erstmals seit vielen Jahren wieder ein kräftiges Wachstum.“ Von dieser Entwicklung habe auch der Arbeitsmarkt profitiert, sagte Arbeitssenatorin Knake-Werner. So sei die Zahl der Erwerbstätigen in Berlin im Durchschnitt des vergangenen Jahres um rund 25 000 gestiegen. Zugleich nahm die Zahl der registrierten Arbeitslosen im Jahresdurchschnitt gegenüber 2005 um rund 26 000 Personen ab. „Dieser Trend setzt sich auch in diesem Jahr fort“, sagte Knake-Werner. „Wir haben von Monat zu Monat weniger Arbeitslose.“ Die Arbeitslosenquote, die 2006 noch 17,5 Prozent betrug, liege derzeit bei 15,6 Prozent.

Die Senatorin machte darauf aufmerksam, dass die Lage auf dem Arbeitsmarkt gespalten sei. Für Menschen, die nur kurzzeitig erwerbslos gemeldet seien, gebe es zwar zunehmend neue Stellen. „An den Langzeitarbeitslosen geht der Aufschwung aber vorbei.“ Mehr als 40 Prozent aller Arbeitslosen hätten schon länger als ein Jahr keinen Job. Angesichts dieser schwierigen Situation sei öffentlich geförderte Beschäftigung weiterhin nötig, um Arbeitslosen die Fähigkeiten zu vermitteln, die auf dem Jobmarkt gefragt seien. „Wir werden sozialversicherungspflichtige und Existenz sichernde Tätigkeiten für Langzeitarbeitslose schaffen.“ Bis zum Jahresende würden 1300 solcher Arbeitsplätze gefördert. Der Senat wolle bis 2010 insgesamt 50 Millionen Euro zusätzlich in die Beschäftigungsförderung investieren. Auch Lehrstellensuchenden müsse geholfen werden. 2006 gab es laut Wirtschaftsbericht rund 30 000 Bewerber um einen Ausbildungsplatz, aber nur gut 10 500 betriebliche Angebote. „Wir werden diese Lücke mit berufsvorbereitenden Maßnahmen, aber auch mit überbetrieblicher Ausbildung schließen müssen.“ Knake-Werner forderte die Betriebe zudem auf, sich stärker um den eigenen Nachwuchs zu kümmern.

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