Film- und Fernsehproduktionen : Die neue Allianz in der Oberlandstraße

In den Studios an der Oberlandstraße in Berlin-Tempelhof produzierte das ZDF viele seiner Fernsehklassiker. Doch in den letzten Jahren wurde es dort ruhiger. Jetzt haben sich vier Firmen zusammengetan, um Berlin als Standort für Fernsehproduktionen nach vorne zu bringen.

Markus Mechnich
Krömer Wowereit
Berlins Regierender, Klaus Wowereit, zu Gast bei Kurt Krömer. Die Show, die am 27. August im Fernsehen anläuft, wurde in den...Foto: dpa

BerlinBetritt man das Gelände der Berliner Union-Film in Tempelhof, so spürt man schon etwas die Kinoatmosphäre über dem Ort. Ein Modell der Wilhelm Gustloff steht links am Eingang bevor sich die grauen Fassaden der Studios auftun. In einer der Hallen ist noch die Kulisse der "Krömer Show" aufgebaut. Bilder tun sich auf vom Zoten-reißenden Neuköllner Komiker und klatschendem Publikum in der Halle. Große schöne Fernsehwelt mitten im eher tristen Industriegebiet an der Tempelhofer Oberlandstraße.

Berlin boomt, was Filmproduktionen angeht. Die Kreativen der Branche schätzen die Hauptstadt wegen dem Lebensrhythmus, dem Nachtleben und der verhältnismäßig geringen Kosten. Bei den Fernsehproduktionen lag der Standort bisher weniger im Trend. Gegen TV-Großstädte wie Köln oder München nahm sich Berlin bisher eher bescheiden aus.

Das wollen jetzt vier Firmen ändern, die sich zu einem Mediennetzwerk zusammengeschlossen haben. Sie residieren auf dem traditionsreichen Gelände der Union-Film Berlin an der Oberlandstraße in Tempelhof. Alle Beteiligten, die Media-Factory, Ludwig Kameraverleih, Post-Factory und die Berliner Union-Film, sind etablierte Unternehmen in ihren Bereichen.

Gemeinsame Anlaufstation

HD-Factory
Wollen was bewegen: Martin Ludwig, Rainer Raschewski, Helge Jürgens, Karl-Heinz Dohms, Jens-Theo Müller und Gunter Puskar. -Foto: Promo

Mit ihrem Zusammenschluss wollen sie den Film- und Fernsehschaffenden eine gemeinsame Anlaufstation bieten. Hier wird es künftig vom Bühnenbau, über Studios bis zur Nachbearbeitung, genannt Postproduktion, alle Dienstleistungen aus einer Hand geben. Darin sieht der Geschäftsführer der Berliner Union-Film, Helge Jürgens, den größten Vorteil der Kooperation.

Die Studios in Tempelhof haben in den letzten Jahren ihres Bestehens durchaus viele Produktionen gesehen. Die Union Film war beteiligt an Fernsehklassikern, wie "Dalli Dalli", "Liebling Kreuzberg" oder "Unser Lehrer Doktor Specht". Belegt wurden die Räumlichkeiten bis vor kurzem vor allem durch das ZDF. Auch große Unterhaltungsshows wie "Der Große Preis" oder die "ZDF-Hitparade" sind dort entstanden.

Aufbruchstimmung in Tempelhof

Der Geschäftsführer der Union Film, Helge Jürgens, ist seit Jahren sehr umtriebig, um dem Standort Oberlandstraße neue Perspektiven zu eröffnen. Mit dem Zusammenschluss zwischen der Union Film, der neu gegründeten Media-Factory, der über Jahre etablierten Postfactory und dem aus München stammenden Unternehmen Ludwig Kameraverleih haben sich Firmen gefunden, die sich wunderbar ergänzen. Neu gegründet wurde die HD-Factory, ein Gemeinschaftsunternehmen. Sie hat es sich zum Ziel gesetzt in der Produktion der hoch auflösenden HD-Technik innovative Lösungen anzubieten. Ein Zukunftstechnologie, wie Jürgens betont, die schon heute immer wichtiger für Fernsehproduktionen wird.

Es herrscht Aufbruchstimmung in Tempelhof. Berlin könnte mit der Allianz für Unterhaltungsformate durchaus ein Größe werden. "Da darf man noch einiges erwarten in den kommenden Jahren", ist sich Helge Jürgens sicher. Wir warten auf die kommenden Shows und freuen uns auf spannende TV-Geschichten aus der Oberlandstraße und den ein oder anderen neuen Arbeitsplatz. Gebrauchen könnte ihn die Stadt, nicht nur fiktional sondern ganz real.

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