Heide Meyer : „Lady M“ geht in den Unruhestand

38 Jahre lang führte sie ihren Dessousladen in der Westfälischen Straße. Jetzt übergab Heide Meyer an ihre Nachfolgerin.

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Wilmersdorfer Institution: Heide MeyerFoto: Uwe Steinert

Dass 38 Jahre als Geschäftsinhaberin eine lange Zeit sind, fiel Heide Meyer zunehmend bei Gesprächen mit Kundinnen ihres Dessousladens „Lady M“ in der Westfälischen Straße auf. „Schon ihre Urgroßmütter haben bei mir gekauft“, sagt die 66-Jährige. Nun aber wollte sie nicht mehr in dem Halenseer Geschäft mit fünf Beschäftigten stehen und übergab es am vorigen Wochenende an Linda Neumann; auch die 46-Jährige ist vom Fach und war Gebietsleiterin der Karstadt-Gruppe.

Derweil denkt die bisherige Chefin, die Landesvorsitzende des Verbandes deutscher Unternehmerinnen (VdU) bleibt, schon weiter: Sie will Gründerinnen in ihrer neuen Firma „Heide Meyer – Durch Wissen zum Erfolg“ helfen und plant Lehrgänge an Textilschulen. Schon in jungen Jahren war sie von der Verkäuferin in Kaufhäusern und Läden zur Einkäuferin im KaDeWe aufgestiegen. Ihr eigenes Geschäft erhielt 2006 den Branchenpreis „Sterne der Wäsche“ als bester „Personal-Touch-Shop“ mit besonderem Service. Der Bezirk ehrte Meyer mit der Bürgermedaille – auch weil sie lange die Händlergemeinschaft der Westfälischen Straße geführt hatte, die zum Vorbild für viele Einkaufsstraßen wurde. Gern erzählt sie die Anekdote, wie alles begonnen hat. Bei Horten fand ihr einstiger Chef: „Du bist so schön mollig, du gehörst in die Miederwarenabteilung.“ Und sie betont, wie wichtig Beratung sei. Denn nach ihrer Erfahrung tragen 60 Prozent aller Frauen den falschen BH.

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