HEIK AFHELDT trifft … : BMW-Chef Hans-R. Schröder

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Hans-R. Schröder leitet die Berliner BMW-Niederlassung. -Foto: Thilo Rückeis

„Grüß Gott“, schallt es mir am Eingang freundlich entgegen. Der Kunde wird hier offensichtlich sehr hoch geschätzt. Das ist auch das Rezept des gebräunten, sportlich wirkenden und dynamischen Leiters der Hauptstadt-Niederlassung. Mit seinem sympathischen Münchener Tonfall erzählt er stolz von seinem Lebensweg und seinen eindrucksvollen Erfolgen als Auto-Sales-Person.

Schon als jüngster Filialleiter im Hause BMW in Gräfelfing hat er die Zahlen von 90 Wagen im Jahr auf 600 gesteigert. Seinen Sinn für gelungene Marketingauftritte hat er in München mit zwei Aktionen belegt: den Präsentationen neuer Modelle einmal hoch oben auf dem Olympiaturm und im Schwimmbad auf dem Dach des Hotels Bayerischer Hof. Kein Wunder, dass die Führungsetage ihn danach als Verkaufs- und dann als Niederlassungsleiter nach Nürnberg schickte. Und wieder hat er aufs Gas gedrückt und den Umsatz bei einem stolzen Marktanteil von zuletzt 16,8 Prozent um 80 Prozent gesteigert.

Berlin, sagt er, sei nun eine große Herausforderung und ein sehr viel schwierigeres Pflaster. Hier wandern viele Menschen zu und ab und es herrscht ein buntes Multi-Kulti. Aber darin liegen auch große Chancen. Und die weiß der begeisterte Sportler und studierte Betriebswirt zu nutzen. Der Slogan der Weltmarke „efficient dynamics“ trifft voll auch auf seine Person zu. In ihrem Marktsegment haben sie den Erzkonkurrenten jetzt deutlich abgehängt. Ihr Anteil am Markt erreicht 14,4 Prozent (vor 12,9 Prozent des „Verfolgers“). Der Stern scheint die Motorhauben zu wechseln. Die vielfältigen, aufsehenerregenden Events, die sie sponsern, scheinen sich zu lohnen.

Auch dieses Jahr wird es die „Staatsoper für alle“ auf dem Bebelplatz geben: „Tristan und Isolde“ mit Barenboim und Waltraud Meier. Bei der Modemesse Bread and Butter sind sie engagiert – und privat netzwerkt der rührige Bayer in wohltätigen Stiftungen und als Handelsrichter. Für die Zukunft des Autos sieht der Vater einer dreimonatigen Tochter nicht schwarz. 2014 soll endlich auch der geplante repräsentative Neubau Ecke Kaiser- und Messedamm bezogen sein. 2020 werden zehn Prozent der verkauften Autos Elektroantriebe haben. Der laufende E-Car-Modellversuch mit Minis in Berlin ist ein Wegweiser in die Zukunft.

Und was treibt den so freundlichen Menschen mir gegenüber an? Schon früh haben die Eltern dem Sohn und seiner Schwester beigebracht, dass sie selber ihren Teil beitragen müssen, wenn sie etwas wollten. Das galt für das erste Moped und den VW-Buggy. Also hat er als Schüler und bis zum Ende des Studiums immer gejobbt – auch mal als Werksurfer für den Surfboard-Hersteller Mistral.

Nun hat er draußen am Seddiner See ein Haus gebaut. Dort sitzt seine junge Frau, ein Topmodel, das er sozusagen vom Laufsteg weggeheiratet hat. Ein lebendiger Beweis für seine Begeisterung für rassige Modelle.

Heik Afheldt war Herausgeber des

Tagesspiegels.

HANS-REINER SCHRÖDER (53) leitet die BMW-Niederlassung Berlin, fördert viele soziale Projekte wie „Lobby für Kinder“ und ist begeisterter Sportler. Er stammt aus München.

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