Heik Afheldt trifft … : IT-Berater Harry Kraus

Der Geschäftsführer der Berliner AloGO GmbH berät Firmen bei Auswahl und Sicherheit von IT-Systemen.

Heik Afheldt

Kaum über die Lebensmitte, voll ansteckender Energie, sechs Kinder aus zwei Ehen, Diplom-Kaufmann, Firmengründer und Kunstliebhaber – und nun eine neue Phase in schönen großen Räumen oben im siebten Stock des Concorde-Hotels an der Joachimstaler Straße. Es riecht noch nach den frisch verlegten Teppichböden. Ein Kontrast zur alten Villa in Charlottenburg, in der er und seine 20 festen und vielen freien Mitarbeiter bisher gewirkt haben, und ein mutiger Aufstieg.

Aber aufgestiegen ist der korrekt gekleidete Herr mit dem freundlichen Militärkopf schon früh. Einziger Abiturient war er nicht nur in der Handwerkerfamilie, sondern auch in seinem Geburtsort Ludwigsstadt. Der junge Fußballer Harry Kraus war schnell und ein guter Stürmer. Aber das enge Dorf und das angepasste Leben machten ihn „total wahnsinnig“. Mit 21 ist er über Nacht auf und davon – mit dem Käfer nach Berlin, hat bei den Schwiegereltern geklingelt und einen Job bei einem Getränkegroßhändler als „Ausfahrer“ gefunden. Endlich stand er auf eigenen Beinen. Hier wurde er schnell Filialleiter bei Reichelt. Nebenher büffelte er für sein Studium an der FHS für Wirtschaft, bis zum Diplom 1984.

Davon konnten ihn auch die immer anspruchsvolleren Aufgaben als Verkäufer und Vertriebsmann nicht abbringen. Erst waren es Registrierkassen im Haus-zu-Haus-Verkauf, dann EDV-Anlagen und schließlich war er Account Manager für Großkunden bei Olivetti. Gut verdient hat er in der Zeit, mit 25 Jahren ein Haus in Kladow gekauft und fast alle Incentiv-Reisen der Firma gewonnen. Dann hat ihn die Firma Nixdorf als Vertriebsleiter Industrie abgeworben. Von der Atmosphäre und Freiheit dort schwärmt er noch heute. Das Ende kam, als Heinz Nixdorf bei einem Seminar „Überlebenstraining“ beim Tanzen mit einer Azubi tot umfiel. Als Siemens in Paderborn einstieg, seien sich die Nixdorfer wie die Ossis vorgekommen. Kraus wechselte zu Oracle.

1998 kam der Schritt in die Selbstständigkeit mit AloGO. Die erfolgreiche Geschäftsidee: Firmen bei der Auswahl, Anwendung und Umstellung von IT-Systemen und in Sicherheitsfragen zu beraten, ganz unabhängig von Herstellern. Den großen Bedarf zeigt die eindrucksvolle Kundenliste mit Schering, Total, BSR, rbb und der Bundesdruckerei. In zehn Jahren wollen sie „europaweit unterwegs sein“, Umsatz und Mitarbeiterstab mehr als verdoppeln und dennoch ihre Identität und die „Bombenbeziehungen“ zu den Kunden erhalten. Der Arbeitselefant, wie er sich selbst nennt, wird dann eher als eine Art Grandseigneur walten und sich noch mehr den vielen sozialen Anliegen widmen. Für eine Schule in Ecuador haben sie Geld gestiftet und die Arche unterstützen sie nach Kräften. Auch Kunst zieht den Vorzeigeunternehmer in ihren Bann. Eine seiner Töchter ist Künstlerin. Und auch künftig wird er mit seinem Schwiegervater bei jeder bedeutenden Fußballmeisterschaft auf der Tribüne sitzen, egal in welchem Teil der Erde.

Heik Afheldt war Herausgeber des Tagesspiegels.

Harry Kraus (50) ist Diplom-Kaufmann und Geschäftsführer der Berliner ALoGO Gesellschaft für geschäftsorientierte Dienstleistungen im IT- und Kommunikationsumfeld mbH.

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